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In vier Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt Verkehr ihre Vorschläge zu verschiedenen Themengebieten. Auf unserem Foto sammeln (v. r.) Irene Lang, Ulla Bunsen und Christian Finkensieper ihre Beiträge auf der Pinnwand.

Bürgerwerkstatt: Thema Verkehr

Gräfelfing träumt von der U-Bahn

Ein U-Bahn-Anschluss auch für Gräfelfing, ein Parkhaus unter der Bahnhofstraße: Die Bürgerwerkstatt Verkehr zeigte, dass die Gräfelfinger Visionen haben.

Gräfelfing – Wie soll die Mobilität in Gräfelfing im Jahr 2030 aussehen? Darauf versuchten jetzt rund 40 Gräfelfinger unter Beteiligung des 3. Bürgermeisters Jörg Scholler, Antworten zu finden. Der FDP-Gemeinderat hatte ein Verkehrskonzept für Gräfelfing beantragt (wir berichteten). Erste Ansätze lieferte nun die Bürgerwerkstatt Verkehr im Gräfelfinger Bürgerhaus. Und wie sich zeigte, waren wahre Visionäre unter den Anwesenden. Doch zunächst galt es, den Bestand aufzunehmen.

Bekannte Verkehrsthemen auf dem Tisch

Wo also drückt der Schuh? Bekannte Punkte wie die Belastung durch Autobahn und Staatsstraßen rückten ein weiteres Mal in den Fokus. Und die teils hohe Geschwindigkeit der Autofahrer im Ort sei gleich mit der Bitte verbunden worden, verstärkt Kontrollen beispielsweise an der Würmtalstraße durchzuführen, so die Moderatorin und Organisatorin der Veranstaltung, Sabrina Schröpfer. Das hohe Verkehrsaufkommen an der Bahnhofstraße wurde ebenso thematisiert wie die Parkgarage am Bürgerhaus. „Die ist schlecht erreichbar und immer leer“, monierten Teilnehmer.

Nach einem Vortrag von Professor Gebhard Wulfhorst von der TU München konnten die Bürger dann Handlungsempfehlungen aussprechen – doch leicht machte es die Gemeinde ihnen nicht. „Es ist kein Wunschkonzert“, sagt Schröpfer. Die Anwesenden mussten sich auch mit der Umsetzbarkeit ihrer Visionen befassen.

U-Bahn-Verlängerung in den Lochhamer Schlag?

Sabine Strack, wie Schröpfer Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, war Moderatorin an einem der vier Thementische und hatte sich mit dem öffentlichen Verkehr auseinanderzusetzen. „Da gab es eine geniale Idee“, sagt sie. Man könne doch die U-Bahn von Martinsried gleich ins Gewerbegebiet Lochhamer Schlag verlängern. Dort könne man ein großes Parkhaus errichten, damit Autofahrer leicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen könnten, so der Vorschlag. Eine bessere Anbindung Gräfelfings an die U-Bahn wurde laut Schröpfer öfter thematisiert. Die Gemeinde sei auch gefragt worden, ob sie einen Shuttle von der S-Bahn zur U-Bahn organisieren könne.

Weitere Visionen, wenn auch nicht ganz neue, betrafen die Bahnhofstraße: Wie wäre es mit einer Tiefgarage darunter? Auch eine eintägige Sperrung der Bahnhofstraße für den Verkehr wurde vorgeschlagen, um Veranstaltungen stattfinden zu lassen.

Ideen der Bürger fließen ins Verkehrskonzept für Gräfelfing ein

Der Belastung durch Autobahn und Staatsstraßen wollen die Bürger mit einer Verlängerung des Autobahntunnels oder einem besseren, längeren Lärmschutzwall begegnen. Doch dadurch wird der Verkehr nicht reduziert. Dafür brauche es ein Umdenken, meint Schröpfer. Und so gab es einen eigenen Tisch zum Thema innovative Mobilität. Künftig müsse man Autos vielleicht nicht mehr besitzen, sondern nutzen, meint Schröpfer. Carsharing könne ausgebaut werden, indem es beispielsweise beim Parken privilegiert würde. „Die dürfen dann nicht zwei Stunden, sondern unbegrenzt parken“, spinnt sie die Idee fort.

Doch jetzt gelte es erst mal, die Ideen der Bürger zu bewerten. Gemeinsam mit dem Ergebnis laufender Studien sollen sie in ein Konzept für den Verkehr in Gräfelfing einfließen. „Die hohe Kunst ist, aus so etwas greifbare Projekte zu machen“, erklärt Strack. „Das ist jetzt Aufgabe der Gemeinde.“

Victoria Strachwitz

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