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Gastredner Bernd Posselt (vorne, 2. v.li.) mit (v.li.): Ortsvorsitzender Petra Schmid, Hans-Martin Weichbrodt, 2. Bürgermeister Peter Köstler, Maria Lex-Fischer (Frauen-Union), Landrat Christoph Göbel, Wolfgang Hierl und Kai Kocher.

Neujahrsempfang in Gräfelfing

Die CSU hat Europa im Blick

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Dass die Gräfelfinger CSU ihren Neujahrsempfang als überparteiliche Veranstaltung sieht, hat sie mit ihren letzten beiden Gastrednern erneut belegt. Gleichwohl sie der CSU angehören, traten mit Manfred Weber (2018) und nun Bernd Posselt überzeugte Europapolitiker auf. Posselt gelang am Donnerstag nichts Geringeres als eine große Europarede, die den Funken überspringen ließ.

Gräfelfing– Ortsvorsitzende Petra Schmid versprach als gute Gastgeberin der zahlreichen Festgesellschaft gleich vorweg die beiden schon traditionellen gastronomischen Säulen jedes CSU-Neujahrsempfangs: das kalte Buffet von der Frauen-Union und das kalte Bier von Doemens. Die Häppchen fanden reißenden Absatz, und die Doemens-Brauschüler hatten ein perfektes Helles gezaubert.

Die geistige Feinkost lieferte der Hauptredner. Bernd Posselt, seit seiner Jugend ein überzeugter und aktiver Europapolitiker, 20 Jahre Europarlamentarier, aktuell wieder Kandidat sowie Präsident der Paneuropa-Union in Deutschland, machte deutlich, wie wichtig gerade die anstehende Europawahl für alle Völker dieses Kontinents sei. Dazu schlug er einen weiten historischen Bogen über die letzten 100 Jahre und beeindruckte mit Fachwissen, Namen, Zitaten. Wie schon in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg stehe Europa heute wieder an einem Scheideweg, bedroht von inneren und äußeren Feinden. Damals habe der Nationalismus aller Seiten den Sieg davongetragen, mit künstlichen Grenzziehungen und schrecklichen Folgen.

„Heute erhebt der übelste Nationalismus wieder sein Haupt – übrigens rechts wie links“, warnte Posselt. „Gauland und Wagenknecht werden beide von Moskau untersützt; Hauptsache gegen ein demokratisches Europa“. Diesen Feinden von innen stünden mit Staatsführern wie Putin, Trump, Erdogan und Xi Politiker zur Seite, „die ebenfalls daran sind, dieses Europa schlichtweg in Einzelteile zu zerlegen“. Die Europäer, die heute nur noch sieben Prozent der Weltbevölkerung stellten, könnten nur geeint eine sichere Zukunft in Freiheit gestalten.

Zugleich wandte Bernd Posselt sich gegen europäischen Zentralismus und befürwortete Föderalismus und Subsidiarität. Europa müsse nur die großen Fragen klären und bestimmen. Dazu zählten etwa Außen- und Verteidigungspolitik und nicht, „ob man Blei gießen darf“. Heimat und die Verwurzelung der Menschen im Kleinräumigen seien wichtiger denn je. Die aktuelle Situation mit Manfred Weber als Spitzenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten nannte Bernd Posselt eine „Jahrhundertchance“ für Bayern und Deutschland.

Dem begeisterten Applaus im vollen Bürgerhaus nach zu urteilen, stieß Bernd Posselt mit seiner Rede aus vollem Herzen auf offene Ohren. Danach mundeten Bier und Brötchen umso mehr, und der Abend bot Raum für zahlreiche Gespräche – nicht nur über Politik.

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