Mobilität

Bei Bedarf stets ein Auto zur Hand

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Gräfelfing - Die Gräfelfinger CSU möchte Carsharing-Anbieter DriveNow in die Gartenstadt lotsen. Das Unternehmen ist gesprächsbereit

Es ist der moderne Traum unkomplizierter Mobilität: Stets ein Auto zur Hand zu haben, wenn man es braucht. Und es einfach stehen zu lassen, wenn man es nicht mehr braucht. Dafür im Idealfall kein eigenes Auto zu besitzen – und zu bezahlen. Dieser Traum ist für Tausende Großstadtkunden wahr geworden: 700 solcher Autos, die dem Carsharing-Unternehmen DriveNow gehören, fahren und parken beispielsweise auf Münchens Straßen. Nun hat die Gräfelfinger CSU beantragt, DriveNow auch bis nach Gräfelfing zu lotsen.

„Die Gemeinde Gräfelfing unterstützt und verhandelt die Ausweitung des Carsharing-Geschäftsbereiches des Marktführers DriveNow GmbH und Co. KG auf das Gemeindegebiet Gräfelfing“, lautet der Antrag von Fraktionsvorsitzendem Peter Köstler. DriveNow sei „perfekt auf die Bedürfnisse urbaner Menschen angepasst“ und sorge dafür, das Fahrzeugaufkommen zu reduzieren, heißt es zur Begründung. Derzeit ende das Geschäftsgebiet am Campusgelände von Martinsried; somit sei eine Ausweitung „leicht möglich“.

Ganz so leicht dürfte es indes nicht werden, DriveNow in Gräfelfing willkommen zu heißen. Auf Merkur-Anfrage sagte die Pressesprecherin des Unternehmens, Aurika von Nauman: „Wir überprüfen permanent die Randzonen unseres Geschäftsgebietes auf Potenzial.“ Schließlich bekomme DriveNow ständig Anfragen von Firmen oder Kunden, die knapp außerhalb des Geschäftsgebietes ansässig seien. Für eine Ausweitung, wie sie zuletzt bis einschließlich Pasing geschah, müssten jedoch „viele Rahmenbedingungen“ passen.

Das Hauptproblem sind die zu geringen Nutzerzahlen außerhalb des Ballungsgebietes. Das könnte dazu führen, dass Autos weitab vom Zentrum stranden – zum Beispiel in der Gräfelfinger Bahnhofstraße. Dann würde nicht nur ihre Auslastung unterhalb der Wirtschaftlichkeit sinken; sie würden zugleich dort fehlen, wo sie gebraucht würden, um ein dichtes Angebot darzustellen: in der Innenstadt. Die Folge wären Rücktransporte der Autos – teure Leerfahrten.

Eine Anfrage aus Gräfelfing werde das Unternehmen jedoch gerne prüfen. Dazu gehöre, mit der Gemeinde darüber zu sprechen, „was sie tun kann, um die Rahmenbedingungen zu verbessern“, so die Pressesprecherin.

Bürgermeisterin Uta Wüst ist dafür aufgeschlossen. Noch vor der Sitzung des überörtlichen Ausschusses am 2. Februar, in der der Antrag behandelt werden soll, will sie Kontakt mit DriveNow aufnehmen, um die grundsätzliche Bereitschaft abzuklären. Außerdem sollen Zahlen des Mitbewerbers Stattauto auf den Tisch, der in Gräfelfing eine feste Station betreibt.

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