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Der Firmensitz der Dr. Hönle AG im Lochhamer Schlag ist dem prosperierenden Unternehmen längst zu klein geworden. Jetzt verlässt die Hightech-Firma Gräfelfing.

Verlust für den Wirtschaftsstandort Würmtal

Dr. Hönle AG verlässt Gräfelfing

Sie ist ein Aushängeschild in der Gräfelfinger Firmenlandschaft: Die Dr. Hönle AG sicherte sich Erfolg in speziellen Industrie-Anwendungen. Mit Umsätzen von etwa 125 Millionen Euro und Vorsteuer-Erlösen von knapp 30 Millionen Euro geht auch ein Nettozahler. Nun verlässt Hönle das Würmtal.

Gräfelfing – Seit einigen Tagen ist es amtlich, dass die Dr. Hönle AG ein Grundstück im Gilchinger Gewerbegebiet „Nord“ erworben hat. Allerdings zieht nicht nur, wie im Würmtal erhofft, die in Olching befindliche Lagerhalle an die A 96. „Leider nein: Wir werden komplett umziehen“, stellt Hönle-Sprecher Peter Weinert klar.

Schon mehrere Jahre habe man darauf gewartet, dass sich die von Gräfelfing in Aussicht gestellten Erweiterungsflächen hinsichtlich ihrer Bebaubarkeit konkretisieren. Auch alternativen Standorten in Gräfelfing habe man sich nicht von vorneherein verschlossen. „Aber es ist einfach nie so weit gekommen, dass es richtig greifbar für uns gewesen wäre.“

Noch einmal fünf Jahre warten, dies schaffe man einfach nicht. Das vor wenigen Jahren errichtete Zentrallager in Olching habe nur kurzfristige Entlastung gebracht. „Wir wachsen kontinuierlich, und wir wachsen rasch – soeben konnten wir die Prognose für das laufende Geschäftsjahr anheben“, unterstreicht Weinert die Dynamik.

Mit dem Bau in Gilching hofft die Dr. Hönle AG, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen sollen Verwaltung und Produktion (zirka 8000 Quadratmeter in Gräfelfing) sowie das Lager (rund 3000 Quadratmeter in Olching) an einem Standort vereinigt und zugleich erweitert werden. Weinert rechnet mit einer künftigen Gesamtnutzfläche von etwa 15 000 Quadratmetern, gut ein Drittel mehr.

Ein weiterer Vorteil sei, dass die Neubauten bei Gilching – genauer in Argelsried, beim Porsche-Haus – selber von der Hönle AG gebaut würden, „in Gräfelfing sind wir nur Mieter“. Zudem verkürze sich für das Gros der Mitarbeiter, die zumeist westlich von München wohnen, der Anfahrtsweg.

Ein bisschen im Magen liegen Weinert die zwölf Kilometer Veränderung offenbar schon – er findet sie relevant genug für die Personalsuche: „Wenn wir mit Leuten Bewerbungsgespräche führen, sagen wir ihnen schon jetzt, dass wir umziehen werden.“

Vor Mitte 2020 werde der Umzug kaum realistisch sein. Womöglich bringe der Standort Gilching auch Vorteile beim Suchen von Personal, da sich von dort aus die Gegend bis hinter den Ammersee erschließe, ohne dass München wegfalle.

Am schmerzlichsten dürfte der Verlust für die Gemeinde Gräfelfing sein. Diese büßt nicht nur einen Gewerbesteuerzahler ein, sondern auch ein viel beschworenes Aushängeschild. Als gemischt aufgestelltes Technologie-Unternehmen fokussiert die Dr. Hönle AG auf Industrieklebstoffe, UV-Trocknung von Lacken, auf Quarzglase, auf UV-Entkeimung und weitere Spezialgebiete. Mit rund 600 Mitarbeitern im Verbund der gesamten Hönle-Gruppe werden für das Geschäftsjahr November 2017 bis November 2018 Umsätze von etwa 125 Millionen Euro und Vorsteuer-Erlöse von knapp 30 Millionen Euro erwartet.

Andreas Bretting

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