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Führung mit Kunsthistorikerin Freia Oliv: Der über der Pforte thronende „Vizekönig“ der Künstlerin Elisabeth Brockmann soll mindestens noch zweieinhalb Jahre den Eingang der Michaelskirche zieren.

Ausstellung „Glaube – Liebe – Hoffnung“

Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat

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Nach anderthalb Monaten ist die Ausstellung „Glaube – Liebe – Hoffnung“ nun zu Ende gegangen. Der Kunstkreis Gräfelfing und die Kirchenvertreter blicken auf eine anstrengende, aber schöne und spannende Zeit zurück. Was bleibt von dem gemeinsamen Projekt?

Gräfelfing – 30 Künstler, 100 Kunstwerke, 12 sakrale Orte: Die Ausstellung „Glaube – Liebe – Hoffnung“, die der Kunstkreis Gräfelfing zusammen mit den örtlichen Kirchen auf die Beine gestellt hat, ist an Mariä Himmelfahrt zu Ende gegangen. Zeit also, Bilanz zu ziehen. „Allein am Mittwoch haben wir bestimmt 1000 Leute hier gehabt“, sagt Bettina Kurrle, Vorsitzende des Kunstkreis Gräfelfing. Sie freut sich, dass zur Finissage noch einmal so viele Menschen gekommen sind. Von den 17 000 Broschüren, die der Kunstkreis anlässlich der Ausstellung hat drucken lassen, hat Kurrle keine einzige mehr übrig. Gefreut hat sie sich auch über die vielen E-Mails von Menschen, die ihr geschrieben haben, wie sehr sie die Ausstellung berührt hat. Und darüber, dass „Glaube – Liebe – Hoffnung“ ebenso Besucher von außerhalb des Würmtals angezogen hat. „Man hat hier Leute getroffen, die nur wegen dieser Kunstausstellung nach Gräfelfing gekommen sind“, so Kurrle.

Pfarrer Markus Zurl vom Pfarrverband Gräfelfing St. Stefan – St. Johannes zieht ebenfalls eine positive Bilanz: Die Ausstellung „hat das gehalten, was wir uns erhofft haben“, sagt Zurl. Ihm ging es vor allem darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, einen Dialog anzustoßen. Viele, die sonst nie in die Kirche gingen, hätten anlässlich der Ausstellung ihren Weg dorthin gefunden. Zwar habe es vereinzelt Kritik gegeben, etwa daran, dass Kunstwerke den Blick auf den Altar versperrten oder den Tabernakel verdeckten, insgesamt sei die Resonanz aber positiv gewesen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist Zurl das Gespräch mit einer Frau, die vor 30 Jahren aus der Kirche ausgetreten ist. Sie habe sich trotzdem sehr willkommen gefühlt, erzählte sie dem Pfarrer bei der Finissage.

Fast alle Kunstwerke sind schon abgebaut. Ein paar wurden jedoch so gut angenommen, dass sie noch eine Weile bleiben sollen. So zum Beispiel „Gastfreundschaft braucht ein Zuhause“ von Nuë Ammann, eine Tafel auf dem Vorplatz von St. Stefan, an der die Gräfelfinger gerne Brotzeit machen. Bis Mitte Oktober wird sie dort noch stehen, bevor sie witterungsbedingt weichen muss. Auch Ludger Hinses Himmelsleiter, ein Lichtkreuz, ist noch bis Mitte September in der Neuen Aussegnungshalle zu sehen. Bei der Skulptur „Barmherzigkeit“ von Franz Hämmerle, die vor der Alten Stefanuskirche steht, überlegt der Pfarrverband, sie anzukaufen. „Es wäre eine schöne Erinnerung an die Zeit“, sagt Pfarrer Zurl. Doch die Kirche selbst habe nicht die finanziellen Mittel, um größere Summen in Kunst zu investieren. Daher werden nun Stifter und Spender gesucht. Für Elisabeth Brockmanns „Vizekönig“ ist das bereits gelungen. Die Kirchenstiftung finanziert den Verbleib des Kunstwerks an der Michaelskirche für die nächsten zweieinhalb Jahre.

Die Ausstellung war für den Kunstkreis Gräfelfing ein echter Kraftakt. Ehrenamtlich organisierten die Mitglieder Bus- und Fahrradtouren, führten in den Kirchen Aufsicht, halfen beim Auf- und Abbau. „Wir sind an unsere Grenzen gegangen und haben uns selbst übertroffen“, meint Bettina Kurrle erschöpft, aber glücklich. Diese Großausstellung in Zusammenarbeit mit den Kirchen zu stemmen, sei toll gewesen. „Das war eine völlig neue Erfahrung für uns.“ Das nächste Großprojekt des Kunstkreises ist für 2020 geplant.

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