Entlastungsstraße: „Dann flutscht der Verkehr“

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Die Verkehrsbelastung in Teilen Gräfelfings könnte bis 2030 um 30 Prozent zunehmen. Eine kommunale Entlastungsstraße könnte helfen, sagen Verkehrsplaner.

Gräfelfing – Die geplante kommunale Entlastungsstraße ist derzeit die einzige realistische Möglichkeit, die Gräfelfinger Wohngebiete mittelfristig vom zunehmenden Durchgangsverkehr zu befreien. Das zeigte ein Verkehrsplaner im überörtlichen Ausschuss am Donnerstag. Für Bayern gibt es seit einem Jahr ein landesweites Verkehrsmodell, das bei Planungen bindend Anwendung finden soll. Es lieferte Verkehrsplaner Helmuth Ammerl und seinem Team vom Büro Obermeyer zusätzliche Daten für das Gräfelfinger Verkehrskonzept. Erstmals kann man damit auch großräumige Verkehrsströme verlässlich einbeziehen. Für die von Gräfelfing geplante kommunale Entlastungsstraße im Osten des Gewerbegebietes rückte somit ein Umgriff bis einschließlich Maria-Eich-Straße und Martinsried in den Focus.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der Verkehr, der heute schon in Stoßzeiten im Bereich der Pasinger-/Lochhamer Straße zum Erliegen kommt, bis 2030 noch einmal um zehn Prozent anwachsen wird. Straßen im Wohngebiet wie Maria-Eich-, Rottenbucher und Würmstraße, die heute schon einen hohen Anteil an Durchgangs- und Schleichverkehr aufnehmen, würden wesentliche Zusatzbelastungen im Bereich von plus zehn bis 30 Prozent erfahren, wenn die Gemeinde keine Maßnahmen ergreift. Insgesamt liegt der Anteil des Durchgangsverkehrs in Gräfelfing bei 30 Prozent – ohne die Autobahn.

Als wirkungsvollste Maßnahme zeigte sich einmal mehr und wenig überraschend eine kommunale Entlastungsstraße, die die Autobahn mit der Würmtalstraße verbinden würde. Sie hätte ein Verkehrsvolumen von bis zu 17 500 Autos zu erwarten. Helmuth Ammerl: „Dort verläuft der gesamte Durchgangsverkehr.“ Der Effekt sei eine „Komplettentlastung aller anderen Straßen in Nord-Süd-Achse“ – teils unter heutige Werte, trotz des allgemeinen Anstiegs des Verkehrsaufkommens bis 2030. Der Knotenpunkt Pasinger Straße/Autobahnzubringer würde bis zu 50 Prozent weniger Verkehr aufweisen als im Falle des Nicht-Handelns.

Die Gemeinderäte nahmen die Aussagen teils mit Skepsis, teils mit Zustimmung entgegen. Günter Roll (BVGL) sagte: „Die Entlastungsstraße ist die einzige praktikable Lösung, die noch geblieben ist.“ Marion Appelmann (CSU) brachte eine Teilschließung der heutigen Anschlussstelle ins Gespräch. Die Fachleute widersprachen; dem werde die Autobahndirektion keinesfalls zustimmen. Appelmanns Befürchtung, am Ende könnten sowohl die neue Entlastungsstraße als auch die Staatsstraße 2063 mit Verkehr volllaufen, teilte auch Franz Lang (SPD). Doch Ammerl sagte: „Da staut sich nichts mehr. Bei zwei statt einer Möglichkeit, den Bereich zu passieren, flutscht der Verkehr geradezu.“ Ein Beschluss wurde am Donnerstag nicht gefasst; die Fraktionen können den Sachstand nun zunächst intern besprechen.

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