Trotz Planegger Absage

Erdspeicher: Gräfelfing will es wissen

  • Martin Schullerus
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Die Idee eines Erdbeckenspeichers für Energie aus regenerativen Quellen lebt weiter – auch ohne Beteiligung der Gemeinde Planegg. Der Gräfelfinger Gemeinderat hat fast einstimmig beschlossen, die erste Stufe der Machbarkeitsstudie allein auszuschreiben.

Gräfelfing – Der Gräfelfinger Gemeinderat will es wissen: Ist ein Erdbeckenspeicher für Energie aus Solarwärme und Geothermie in der ausgekiesten Grube bei Martinsried technisch machbar? Und vor allem: Wäre das Projekt – das erste seiner Art in Deutschland – wirtschaftlich zu betreiben? Diese Fragen kann nur eine fundierte Machbarkeitsstudie beantworten. Bereits an dieser ersten Hürde des interkommunalen Vorhabens hatte der Planegger Gemeinderat gescheut – und verweigert.

„Es fehlt an der Courage“

In der Debatte des Gräfelfinger Gemeinderates am Dienstag ging es gleichwohl erkennbar nicht darum, die Nachbargemeinde schlecht aussehen zu lassen: Gräfelfing war vor der Ablehnung aus Planegg für die Untersuchung und ist es immer noch. Nur Walter Frank (CSU) wollte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen und zeigte sich „befremdet“, dass der Planegger Gemeinderat, in dem gleich zwei grüne Gruppierungen vertreten seien, „schon nach ersten Besprechungen ausgestiegen“ sei. Frank: „Es fehlte dort an Courage.“ Am Ende war es freilich just Walter Frank, der in Gräfelfing als Einziger ebenfalls die Machbarkeitsstudie ablehnte – weil er vorher die Wirtschaftlichkeit geprüft wissen wollte.

Wirtschaftlichkeit steht ganz vorne

Davon brachte ihn auch die Erklärung von Martin Feldner (Grüne) nicht ab, die Wirtschaftlichkeit werde gleich an erster Stelle in der Machbarkeitsstudie selbst untersucht. Feldner: „Das steht ganz vorne, und das verlangt auch der Fördergeber.“

Auch Bürgermeister Peter Köstler sprach sich für die Machbarkeitsstudie aus. „Wir sollten diesen Mut haben und eine Aussage bekommen – auch zur Wirtschaftlichkeit“, so Köstler. Diese könne nicht aufgrund eigener Annahmen festgestellt werden, sondern nur unter fachlicher Beratung.

Der Gemeinderat beauftragte für rund 46 000 Euro ein Fachbüro, den Förderantrag zu erstellen und die Machbarkeitsstudie auszuschreiben. Die Studie wird etwa 150 000 Euro kosten, wovon der Bund (BAFA) 50 Prozent übernimmt.

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