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Bilanzierten die Ergebnisse der drei AGs (v.li.): Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer, Rudolf Engelsberger, Umweltreferentin Lydia Brooks, Friedrich Stöcklein, Gerhard Berz, Wilhelm Mahler, Friedrich Lesny, Be nno Stübner, Hans Schaber, Bürgermeisterin Uta Wüst, Andreas und Jutta Saurle sowie Axel Zeilinger

Bürgerwerkstatt

Ernüchternde Ergebnisse zur Energiewende

Ein halbes Jahr nach dem Startschuss präsentiert die Bürgerwerkstatt Energiewende in Gräfelfing ernüchternde Ergebnisse.   Aber der Prozess soll „noch nicht beendet sein“, sagt die Bürgermeisterin.

Gräfelfing – Drei Projektgruppen hatten sich unter dem Namen „Bürgerwerkstatt Energiewende Gräfelfing“ (BüWEG) formiert: die AG Bürgerkraft, die AG Energie und die AG Repaircafé. Gerhard Berz stellte die Arbeitsergebnisse der AG Energie vor. Die fünf Mitglieder hatten sich auf die Themenkreise Energieberatung und intelligente Straßenbeleuchtung konzentriert. Sie empfehlen eine professionelle Energieberatung der Bürger durch die Gemeinde nach dem Vorbild Kraillings. Den Einsatz der gemeindeeigenen Wärmebildkamera sehen sie kritisch. Das Angebot auf dem Weihnachtsmarkt sei nicht angenommen worden. Außerdem sei für die Interpretation der Bilder unbedingt Fachwissen nötig.

Ein weiterer Eckpunkt in Sachen Klimaschutz sei das Geothermieprojekt, welches allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Hier könne man sich eine Bürgerbeteiligung bei Finanzierung und Ertrag vorstellen.

Darüber hinaus hat sich der Arbeitskreis mit der Straßenbeleuchtung als größtem kommunalen Stromverbraucher beschäftigt. Hier sei eine Ersparnis von über 90 Prozent möglich. Schon der Wechsel auf LEDs bringe 60 Prozent. Noch mehr Erfolg verspreche eine „intelligente“ Beleuchtung, die mit dem Passanten mitwandert.

Sichtlich enttäuscht zeigte sich die Bürgermeisterin von den Ergebnissen des Arbeitskreises. Dieser habe nur Maßnahmen erarbeitet, die sich auf die Kommune beziehen. Man wolle aber die Bürger motivieren. Hier bekam Berz allerdings Rückenwind von den übrigen Projektmitgliedern. Zur Umsetzung vieler Dinge sei die Gemeinde als Institution einfach notwendig.

Das gilt umso mehr für das Projekt des zweiten Arbeitskreises: die AG Bürgerkraft. Detailliert hatten deren Mitglieder geprüft, ob die Krämermühle in Gräfelfing von einer Bürgergenossenschaft betrieben werden könne. Sie hatten verschiedene Modelle unter die Lupe genommen, die eine rentable Beteiligung der Bürger an der Stromproduktion ermöglichen. Andreas Saurle präsentierte das Ergebnis. Danach ist es wohl am wirtschaftlichsten, die Krämermühle mit einer sogenannten Diveturbine auszustatten; Kostenpunkt rund 420 000 Euro netto. Leider ergab die Kosten-Nutzen-Rechnung, dass ein wirtschaftlicher Betrieb mit Bürgerbeteiligung nicht möglich ist. Denn bei einem Betrieb von 20 Jahren können insgesamt nur rund 330 000 Euro an die Genossenschaftsmitglieder ausgeschüttet werden. Trotzdem tröstete Saurle abschließend: „Wir beenden erfolgreich dieses Projekt.“ Die Gemeinde müsse beim Kraftwerk jedenfalls etwas unternehmen, um das Wasserrecht nicht zu verlieren.

Einen vollen Erfolg gab es dann doch noch zu vermelden: Der dritte Arbeitskreis, das Repaircafé, wird am morgigen Samstag seine Arbeit aufnehmen. Ganz im Sinne von Gemeinde und Klimaschutzmanagerin gehen hier Bürger zur Werke, um reparaturbedürftige Dinge vom Computer über Elektrogeräte, Fahrräder und Möbel bis hin zu Textilien wieder zu ertüchtigen. Und auch die Gruppen wollen ihre Arbeitsergebnisse nicht ad acta legen: Man will sich weiterhin regelmäßig treffen und mitarbeiten, um noch mehr Leute für das Thema Klimaschutz zu begeistern.

Margot Deny

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