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Die drei ersten Masters of Beer von Doemens (v. li.): Lukas Harpf (Bruneck/Südtirol), Irina Zimmermann (Esslingen), Norbert Schmidl (Ingolstadt).

Eine Art Doktortitel in der Bierkunde

Erste Masters of Beer bestehen Prüfungen

Der Bier-Sommelier reicht manchen nicht aus. Oberhalb dieser Weihen schafft die Gräfelfinger Doemens-Brauakademie nun weltweit erstmals eine Art Doktortitel-Entsprechung in der Bierkunde. Die ersten drei Laureaten wurden jetzt gekürt.

Gräfelfing – Südtirol, Württemberg und Oberbayern: Die weltweit ersten Mitglieder des Institute of Masters of Beer definieren für Doemens eher einen geographisch noch bescheidenen Umkreis, denn längst hat die Fortbildungs-Akademie einen potenziell weltweiten Einzugsbereich. Zunächst aber schmücken sich Lukas Harpf, Irina Zimmermann und Norbert Schmidl mit der Urkunde, der Ehrennadel und der Mitglieder-Jacke mit Wappen.

Überreicht wurden die Ehrenzeichen nach einer berufsbegleitenden Fortbildung, die an fünf verschiedenen Orten zu absolvieren war – neben Kursen im Würmtal war beispielsweise die Hopfenkunde direkt in der Hallertau zu belegen. Nach einer Zwischenprüfung warteten die nächsten Hürden: Gefordert war zunächst eine wissenschaftliche Arbeit über ein Bier-Fachgebiet. Harpf wählte den italienischen Biermarkt, Zimmermann vertiefte die Frage „Frauen und Bier“. Schmidl schrieb über die Genussfrage „Bier, der neue Wein?“

Darüber hinaus waren „Food-Pairings“ zu schaffen – also die passende Auswahl aus 100 definierten „Bierstilen“ zu einem Menü. Eine der Kombinationen durfte man vorbereiten, die andere musste spontan geschafft werden. War die Auswahl schon eine Herausforderung, so sollten die „Master-Bierkenner“ auch noch in der Lage sein, die Geschichte der gewählten Biersorten und die Spezialgebiete der einschlägigen Brauereien zu erzählen. Blieb als Schlusshürde die Anforderung, in der Abschlussprüfung ein unangekündigtes Bier-Thema fachgerecht und kompetent aus dem Stegreif zu bearbeiten. Es habe diesmal die Aufgabe gegeben, über die Entwicklung von „Porter“ und „Stout“ zu schreiben, resümierte Doemens-Lehrgangsleiter Michael Zepf. „Wir haben uns an ähnlichen Qualifikationen aus dem Bereich des Weines orientiert“, ergänzte Zepf, der mit seinen Prüflingen sehr zufrieden schien. Harpf werde die neuen Weihen in seinem Südtiroler Getränke-Tempel einsetzen und Schmidl im Fachjournalismus. Zimmermann will mit ihrem „Master“ im Eventbereich sowie bei der Beratung von Brauereien glänzen.

„Es hatte von Seiten der wissbegierigen Bier-Sommeliers immer wieder Anfragen nach einer zusätzlichen Qualifikationsstufe gegeben“, erläuterte der Doemens-Grandseigneur Wolfgang Stempfl. Daher habe man den Master-Zweig aufgebaut, für den sich gleich an die einhundert Teilnehmer angemeldet hätten. Wie bei modernen Studiengängen gebe es einen Punktestand, den man erreichen müsse. Ziel sei, mindestens zehn Seminare zu belegen und viel Fachliteratur übers Brauen und Verkosten zu lesen. „Da es keine Zeitbegrenzung bis zum Abschluss gibt, lassen sich die meisten etwas Zeit.“ Flotter waren die drei Erstlings-Absolventen unterwegs. Nach rund vier Jahren berufsbegleitender Ausbildung stand Mitte November die Abschlussprüfung an, die auch ein Rigorosum zur schriftlichen Arbeit umfasste: 90 Minuten musste ein Absolvent der Prüfungskommission Rede und Antwort stehen.

Die Feier danach wurde gleich zu einem stilistisch passenden Event ausgebaut. Im Craftbeer-Lokal „Meisterstück“ am Pasinger Bahnhof gab es zu kleinen Happen Beispiele für das „Pairing“ von Mahlzeit und Bier. Verkostungs-Schlucke bis aus Neuseeland und aus Skandinavien waren darunter. Die Aromen reichten vom erfrischenden Berliner „Sauerbier“ bis zum likörigen Abschluss, einem amerikanischen Schwarzbier mit einjähriger Ausreifungszeit im Whiskeyfass. Auch ein bayerisches Biogebräu und ein bayerisches Dosenbier wurden verkostet.

Zwischendrin hagelte es Fachvokabular vom „untergärigen Flanders Red“ über „Italian Grape Ale“ bis zum „Barley Wine“, den man auch zu einer Schokopraline mit Dillfüllung „pairen“ könne, wie der Ingolstädter Norbert Schmidl live demonstrierte.

Andreas Bretting

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