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900 neue Bewohner in 250 Wohnungen: Die Gedankenspiele für eine Erweiterung der Gräfelfinger Heitmeiersiedlung im Osten (rechts) durch Wohnblocks mit bis zu vier Geschossen st oßen bei vielen der 400 heutigen Anwohner auf wenig Gegenliebe.

Anwohner diskutieren Erweiterungspläne der Heitmeiersiedlung

„Es ist einfach viel zu viel“

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Die Gedankenspiele der Gemeinde Gräfelfing für eine massive Erweiterung der Heitmeiersiedlung haben deren Bewohner aufgeschreckt. Bei der erwarteten Bürgerversammlung wollen sie mit einer Stimme sprechen. 

Gräfelfing– Das jährliche Sommerfest ist eine liebgewordene Tradition der „Heitmenier“, wie manche Bewohner der Heitmeiersiedlung sich augenzwinkernd nennen. Es drückt einen speziellen Zusammenhalt aus: Jenseits der Autobahn und fern der Bahnhofstraßeteilt man sehr bewusst die Besonderheiten, um nicht zu sagen, Nachteile, die die Lage der Exklave im Norden mit sich bringt. Diesmal beherrschte ein anderes Thema das Sommerfest-Vorbereitungstreffen am Mittwoch: die Überlegungen zu einer Erweiterung der Siedlung, die jüngst im Gemeinderat vorgestellt wurden.

Wie berichtet, stellte ein Architekt des Planungsverbandes (PV) im Auftrag der Gemeinde eine Bebauung im Osten der Siedlung vor, die im Endausbau mehr als eine Verdreifachung der Bewohnerzahl der Heitmeiersiedlung von 400 auf 1300 und die Errichtung von 250 Wohnungen in Blocks mit bis zu vier Geschossen mit sich bringen würde.

Hatte das Maß dieser Vorschläge viele im Gemeinderat überrascht, fühlten sich die Bewohner der Heitmeiersiedlung geradezu vor den Kopf gestoßen. Die Stimmung unter den gut 15 Anwohnern am Mittwoch war trotzdem betont sachlich und konstruktiv. Es herrschte Einsicht bezüglich des Bedarfs an günstigem Wohnraum und der Möglichkeit, solchen an der im Osten unbebauten Starnberger Straße zu schaffen. Doch das vorgestellte „Mammutprojekt“ sei von „absurder Größe“ und „einfach viel zu viel“. Es werde ohne Zweifel den Charakter der Siedlung verändern und Verkehrsprobleme mit sich bringen, so die Meinung.

Dabei schwang durchaus auch der Vorwurf einer Zweiklassengesellschaft mit, der mittlerweile zur DNA der Heitmeiersiedlung gehört: Hier entstünde ein Quartier mit Sozialblocks, während die Villenbewohner westlich der Bahn davon unberührt die Gartenstadt machten.

Dass es sich erst um Gedankenspiele handelt, war ebenfalls klar. Jedoch: „Wir müssen beizeiten die Hand heben und uns konstruktiv melden, bevor es beschlossene Sache ist“, so ein Teilnehmer am Donnerstag im Merkur-Gespräch. „Hier liegt etwas auf dem Tisch, das uns alle angeht und um das wir uns gemeinsam kümmern wollen.“ Nun stehen weitere Treffen zur Meinungsbildung und Information an. Ziel ist es, bei der von Bürgermeisterin Uta Wüst versprochenen Anwohnerversammlung gute Argumente mit einer Stimme vorzubringen.

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