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Repräsentieren heuer im Fasching die Würmesia: das Kinderprinzenpaar Romy und Julian, hier bei der Vorstellung in Gräfelfing mit Mitgliedern der Münchner Stadtwache.

Faschingsgesellschaft Würmesia

Kinderprinzenpaar besteigt den Thron

Würmtal - Zum ersten Mal in ihrer Geschichte steht die Würmesia ohne Prinzenpaar da. Auf eine Inthronisation muss die Faschingsgesellschaft trotzdem nicht verzichten.

Weil es der Würmesia nicht gelungen ist, ein Prinzenpaar zu finden, ruhen heuer alle Blicke auf dem Nachwuchs. Denn ein Kinderprinzenpaar gibt es sehr wohl. Und schon jetzt steht fest, dass Romy (7) und Julian (8) ihr Amt würdig und mit Feuereifer vertreten werden.

Ohne die Schwester des Prinzen, die schon seit ein paar Jahren für die Würmesia tanzt, hätte es diese Konstellation vermutlich nicht gegeben. Sie diente der Familie als Inspiration. „Ich habe Julian gefragt, ob er sich eine Rolle als Prinz vorstellen könnte“, erzählt seine Mama Carmen Rieger, die mittlerweile selbst im Präsidium der Würmesia tätig ist. Und der Achtjährige sagte sofort begeistert zu. Aber nur unter einer Bedingung. Dass seine Freundin Romy, die er bereits seit dem Kindergarten kennt, seine Prinzessin wird. Da trifft es sich gut, dass der Drittklässler und die Zweitklässlerin beide in die Grundschule Lochhausen gehen. Stehen Auftritte während der Unterrichtszeit an, können gleich beide Kinder freigestellt werden. „Bei der Proklamation hat das problemlos geklappt“, erzählt Rieger. So hatte die Würmesia am 11. November vergangenen Jahres um 11.11 Uhr auf dem Münchner Marienplatz bekannt gegeben, wer die Faschingsgesellschaft künftig repräsentiert.

Und auch der Empfang beim Oberbürgermeister wird vermutlich in eine Zeit fallen, in der die Kinder regulär Unterricht hätten. Die traditionelle Beerdigung des Prinzen wiederum findet wie gewohnt abends statt. Während die Würmesia Erwachsene erst um 24 Uhr zu Grabe trägt, haben die Kinder aber schon um 22 Uhr ihren großen Auftritt. Welche Termine sonst noch anstehen, kann das Prinzenpaar momentan noch nicht abschätzen. „Die meisten Auftritte werden meistens erst nach der Inthronisation gebucht“, sagt Carmen Rieger.

Seit ihrer Ernennung zum Prinzenpaar haben sich Romy und Julian zweimal pro Woche zum Tanztraining getroffen und für die Kinder- und Jugendgarde der Würmesia verschiedene Choreografien einstudiert. Außerdem haben sie fleißig für ihren Prinzenwalzer geübt.

Was das Tanzen betrifft, ist Romy voll in ihrem Element. Die Siebenjährige hat bereits in die unterschiedlichsten Tanzstile reingeschnuppert, von Ballett bis Hip-Hop. Da kommt ihr das neue Amt als Prinzessin gerade recht. „Das Schönste ist, dass ich weiter tanzen kann“, sagt Romy.

In dieser Hinsicht ist Julian eher geteilter Meinung. „Tanzen ist ziemlich anstrengend“, gibt der Drittklässler zu. Dafür spielt er leidenschaftlich gerne Schlagzeug und praktiziert in seiner Freizeit Taekwondo. Spaß mache ihm das Tanzen aber trotzdem. Romy hingegen nimmt, wenn sie nicht gerade tanzt, regelmäßig Reitunterricht. „Sie ist eine richtige Pferdenärrin“, erzählt ihre Mama Sabine Sonnenfroh. Neben ihrer Liebe zu Pferden liest die Zweitklässlerin gerne oder trifft sich mit ihren Freundinnen. Daran soll sich auch durch ihre neue Funktion als Prinzessin nichts ändern. Sabine Sonnenfroh ist immer wieder überrascht, wie selbstbewusst und souverän ihre Tochter die Auftritte für die Würmesia absolviert.

So war Romy auch während der Verkündung des neuen Prinzenpaares auf dem Marienplatz völlig entspannt. „Es ist aufregend, mal auf einer Bühne zu stehen“, erklärt Romy. Und auch bei Schulveranstaltungen hat die Münchnerin kein Problem damit, wenn die Scheinwerfer mal auf sie gerichtet sind. Woher sie dieses Talent hat, weiß ihre Mama nicht. „Von mir sicher nicht“, sagt Sabine Sonnenfroh und lacht.

Die Inthronisation des Kinderprinzenpaares feiert die Würmesia am Donnerstag, 5. Januar, mit Musik, Tanz und Showeinlagen ab 20 Uhr im Bürgerhaus Gräfelfing.

Karin Priehler

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