Sitzt die Atemschutzmaske? Feuerwehrler bereiten sich darauf vor, ins verräucherte Innere vorzudringen.
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Sitzt die Atemschutzmaske? Feuerwehrler bereiten sich darauf vor, ins verräucherte Innere vorzudringen.
Personenrettung aus dem ersten Stock: Der Feuerwehrnachwuchs bringt die dazu nötige Steckleiter.
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Personenrettung aus dem ersten Stock: Der Feuerwehrnachwuchs bringt die dazu nötige Steckleiter.

Übung der Freiwilligen Feuerwehr Gräfelfing

Ausgetobt im Abrisshaus

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In den Ferien schaltet auch die Freiwillige Feuerwehr Gräfelfing einen Gang zurück. Übungen finden nur in Ausnahmefällen statt. Wenn zum Beispiel ein Abbruchhaus zur Verfügung steht.

Gräfelfing –  Unter realistischen Bedingungen konnte jetzt die Gräfelfinger Feuerwehr in einem Abrisshaus in der Grosostraße  „retten“. 20 Feuerwehrler die Gelegenheit, die Abläufe zu verinnerlichen, die im Ernstfall perfekt sitzen müssen. Darunter waren auch einige Nachwuchskräfte, die gerade ihre zweijährige interne Jugendausbildung beendet haben und sich nun mit 16 Jahren in der Grundausbildung befinden. „Für sie sind solche Übungen besonders sinnvoll“, sagt Thomas Hickel, Sprecher der Gräfelfinger Feuerwehr.

Im ersten Szenario galt es, einen Kaminbrand zu löschen. Hickel: „Das kommt bei uns sehr selten vor, deswegen wollten wir es üben.“ Die Gefahr eines Kaminbrands bestehe, wenn der Kaminkehrer nicht regelmäßig zur Reinigung vorbeischaue. Rußablagerungen im verstopften Kamin können bei hohen Temperaturen das Brennen anfangen. Wird mit Wasser gelöscht, kann der sich rasant ausbreitende Wasserdampf zu Rissen im Kamin führen. „Im Einsatzfall würden wir uns mit dem Kaminkehrer eng absprechen“, so Hickel.

Als zweites wollten die Feuerwehrler einen Verkehrsunfall simulieren. Dafür hatten sie sich wie üblich eigens einen Lkw mit Greifer von der Gemeinde ausgeliehen, der die nicht mehr fahrfähigen Übungsautos an den vorgesehenen Unfallort bringen sollte. Doch der Lkw wurde selbst Opfer eines Unfalls – mit Fahrerflucht. Während er auf seinen Einsatz wartete, fuhr jemand dagegen, beschädigte ihn und machte sich aus dem Staub. Die Feuerwehr rief die Polizei und plante flink um, um keine Zeit zu verschwenden. Statt Verkehrsunfall sollte nun das Verhalten bei einem Unfall auf einer Baustelle geprobt werden. Dazu ging es zum Schulcampus Lochham, wo eine unter einem Baugerüst deponierte lebensgroße Puppe mittels Combi Carrier und Schleifkorbtrage geborgen wurde.

Als das erledigt war, kam der dritte und letzte Alarm: Kellerbrand im Abbruchhaus in der Grosostraße. Die Organisatoren hatten ein Holzfeuer im Keller angezündet. Eine Puppe musste per Drehleiter gerettet werden, zwei Jugendliche, Mitglieder der Feuerwehr, warteten im ersten Stock darauf, über eine Steckleiter ins Freie gebracht zu werden. Parallel dazu wurde der Brand bekämpft. Fünfeinhalb Stunden dauerte die Übung insgesamt, inklusive Aufräumen. Gut möglich, dass die Bewohner der Grosostraße in den nächsten Wochen noch einmal Zeuge einer Übung werden. Der Abriss des Hauses steht noch nicht unmittelbar bevor.

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