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Frauke Schwaiblmair verlässt Gräfelfinger Gemeinderat

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Von: Victoria Strachwitz

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Grüne Gräfelfing mit Frauke Schwaiblmair
Die Grünen werden sie vermissen: Frauke Schwaiblmair (2.v.r.). © Dagmar Rutt

Ein Urgestein verlässt den Gräfelfinger Gemeinderat: Frauke Schwaiblmair von den Grünen zieht sich im Sommer zurück. Ihr Nachfolger wird Jürgen Evers.

Gräfelfing – Für viele ist es eine Überraschung: Frauke Schwaiblmair (59) verlässt im Sommer den Gräfelfinger Gemeinderat. Jürgen Evers, Jahrgang 1961, rückt nach. Evers ereilt damit das gleiche Schicksal wie Schwaiblmair vor 17 Jahren. Auch sie rückte nach, damals für Katharina Weber, die aus beruflichen Gründen eine Zeit lang kürzertreten musste. Schwaiblmair bedauert es, zu gehen: „Es wäre fairer den Wählern gegenüber, die Wahlperiode bis zum Ende zu machen.“ Doch das funktioniere nicht. Sie gehe aus persönlichen Gründen, die sie nicht ausführen möchte. „Es fällt mir nicht leicht. Es ist ein vernunftgeleiteter Entschluss.“ Die Arbeit im Gemeinderat begeistere sie nach wie vor. Nur: „Ich muss mit meinen Kräften haushalten.“

Inklusion als Herzensangelegenheit

Schwaiblmair vertritt die Interessen der Gräfelfinger im Gemeinderat seit 2005 und hat dabei Spuren hinterlassen. „Der inklusive Gedanke ist bewusster geworden“, meint sie. Und das ist ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt. Ampeln in der Gemeinde senden nun Signaltöne, die Rottenbucher Straße sei zum Teil barrierefrei ausgebaut und die Gemeinde habe einen Inklusionsbeauftragten. Sie bedauert, dass es noch keinen Behindertenbeirat gebe, aber dafür habe sich keine Mehrheit gefunden. Was andere Themen betrifft, sagt sie: „Ich freue mich, dass es noch keine Umgehungsstraße gibt.“ Bitter enttäuscht sei sie, dass aus dem Hackschnitzelheizkraftwerk nichts wurde. Ihre Jahre im Gemeinderat möchte sie nicht missen. „Mich begeistert die Tatsache, dass ich mein nächstes Lebensumfeld aktiv gestalten kann.“ Jedem der meine, „die Politik macht, was sie will“, sagt sie: „Das stimmt so nicht.“ Man könne mitgestalten. Sie werde den politischen Diskurs vermissen; in Gräfelfing sei dieser von Fairness, Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Ein kommunalpolitisches Amt wird sie behalten. Im Bezirkstag will sie bis mindestens 2023 weitermachen.

„Rasend beliebt und bekannt“

In der Gräfelfinger Kommunalpolitik wird Schwaiblmair eine Lücke hinterlassen. Sie „ist rasend beliebt und bekannt“, sagt der dritte Bürgermeister und Parteifreund Martin Feldner. Bei der jüngsten vergangenen Kommunalwahl habe sie mit „über 2000 Stimmen doppelt so viele bekommen wie wir anderen“.

Mit dem Weggang Schwaiblmairs zum 31. Juli bekommen die Grünen im Gemeinderat eine neue Fraktionsvorsitzende; dieses Amt wird künftig Ulrike Tuchnitz – an der Seite von Katharina Weber – übernehmen. Ihren Sitz im Hauptausschuss und im Ausschuss für soziale Angelegenheiten, Schul-, Kultur- und Sportfragen geht an Evers. Der Oboist und Orchestermusiker sei dort sehr gut aufgehoben, meint Feldner. Und falls dieser oder andere noch Fragen haben sollten, versichert Schwaiblmair: „Ich verschwinde nicht in den Untergrund.“

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