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Keine Scheu zeigt der Fuchs, der die Heitmeiersiedlung in Gräfelfing immer wieder aufsucht; selbst ein hinter dem Fenster bellender Hund stört ihn nicht bei der Futtersuche auf der Terrasse. 

Heitmeiersiedlung

Der Fuchs geht herum

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„Der Fuchs geht herum, nicht dreht euch um“: Das alte Kinderspiel ist dieser Tage in der Gräfelfinger Heitmeiersiedlung real. Ein Fuchs streift durch die Gärten. Er könnte krank sein.

Gräfelfing– „Der Fuchs benimmt sich auffällig“, sagt eine betroffene Anwohnerin. Das Wildtier hat keinerlei Scheu vor Menschen oder Haustieren. Am helllichten Tag kommt der Fuchs auf die Terrasse und sucht Nahrungsreste von Hund und Katze. Die Beobachtung machten Anwohner der Arnpeck-, Bruckner- und Richard-Strauß-Straße.

„Sorge bereitet uns diese untypische Verhaltensweise und dass der Fuchs ein stark geschädigtes Fell hat. Das könnte Räude sein“, sagt die Gräfelfingerin. Räude, eine Milbenerkrankung, kann vom Fuchs auf Haustiere übertragen werden. Das trifft auch auf die Viruserkrankung Staupe zu. Tollwut hingegen gilt in Deutschland als ausgerottet. Und: „Die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm ist durch Entwurmungsprojekte nahezu auf Null gesenkt worden“, so Lydia Brooks, Sachgebietsletierin im Gräfelfinger Umweltamt. Dass Füchse durch Wohngebiete streifen, ist im Würmtal keine Seltenheit. Etwa vier bis acht mal pro Jahr melden Bürger im Gräfelfinger Rathaus solche Fuchssichtungen. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn ein Fuchs sich so auffällig verhält wie jener in der Heitmeiersiedlung.

Auf Merkur-Anfrage gibt Lydia Brooks Tipps zum richtigen Umgang mit dem Thema. Um Füchse nicht anzulocken, sollten auf Kompost oder Terrasse keine Nahrungsreste liegen. Auch Fallobst, Beeren oder Spielzeug im Garten können Füchse anlocken. „Versuchen Sie, den Fuchs zu vergrämen, indem Sie zum Beispiel Geruchsstoffe im Garten verteilen wie Hundehaare, Pfeffer oder Petroleum“, rät Brooks. Ist der Fuchs im Garten, sollte man ihn durch Lärm vertreiben.

Um einer Infektion mit übertragbaren Krankheiten vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Sandkiste abzudecken, Obst und Gemüse aus dem Garten vor dem Verzehr sorgfältig zu waschen oder auf über 50 Grad zu erhitzen, Haustiere regelmäßig zu entwurmen und Fuchskot sogleich gründlich zu entfernen. Weil sich die Eier des Fuchsbandwurms auch im Fell von Hund und Katze befinden können, sollte man sich vor jeder Mahlzeit gründlich die Hände waschen.

Hilft alles nichts, kommt eine Bejagung in Betracht. Die Tiere mit Lebendfallen zu fangen und auszusetzen, ist laut Lydia Brooks keine Lösung, weil sie wiederum lediglich Eindringling im Revier eines Konkurrenten wären. Dies führe zu Revierkämpfen, bei denen eines der Tiere das Nachsehen habe. „Eine Bejagung sollte dann ins Auge gefasst werden, wenn die Belastung mit den Hinterlassenschaften wie Kot, Knochen und Müll zu groß wird oder der Fuchs krank erscheint“, so Lydia Brooks. „Jedoch kann keine noch so starke Bejagung die Füchse dauerhaft aus der Siedlung vertreiben. Der Mensch wird sich mit den Stadtfüchsen arrangieren müssen.“

Die Bejagung kann ausschließlich ein zertifizierter Stadtjäger vornehmen. Für das Würmtal ist der Jäger Thomas Prell zuständig, der unter der Telefonnummer 0172/89 01 410 erreichbar ist. Die Kosten für die Bejagung trägt der Grundstückseigentümer. Tote Füchse sind dem Umweltamt der Gemeinde zu melden. Sie werden dann abgeholt, auf Tollwut und Fuchsbandwurm untersucht und fachgerecht entsorgt.

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