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Ein akribisches Training zumeist in den Abendstunden absolviert Gabriel Knies als Vorbereitung auf den Marathon in New York City.

2500 Euro Spenden als Ziel

Gabriel Knies aus Gräfelfing läuft New-York-Marathon für bedürftige Kinder

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Gabriel Knies aus Gräfelfing läuft Anfang November den Marathon in New York City und sammelt Spenden für Kinder. Es ist nicht das einzige „Abenteuer“ des 25-Jährigen.

Gräfelfing/New York – Er ist gerade einmal 25 Jahre alt und hat wohl schon mehr erlebt und erreicht, als viele Menschen in ihrem ganzen Leben: Oberbayerischer Meister, Segeltörn um Europa, selbstständiger Marketing-Unternehmer. Jetzt hat er seine möglicherweise größte Herausforderung unmittelbar im Blick. Gabriel Knies sitzt auf seinem Segelboot im Hafen von Camargue an der französischen Mittelmeerküste zwischen Montpellier und Marseille und telefoniert mittels Kopfhörern. Er spricht über sein nächstes Ziel: Der Gräfelfinger möchte zu einem guten Zweck den Marathon in New York City absolvieren.

„Null Erfahrung“: Gabriel Knies auf unbekanntem Terrain

Der Sport spielt in Knies’ Leben eine große Rolle. 13 Jahre lang war er im Schwimmverein. Parallel begann er vor gut zehn Jahren mit dem Segeln. Als Spätstarter entschloss er sich anschließend im jungen Erwachsenenalter, im Stabhochsprung anzugreifen – und feierte schnell Erfolge für den TSV Gräfelfing. Nach zwei Jahren war es damit aber wieder vorbei wegen beruflicher Veränderungen und einer Knochenhautentzündung.

Bis 2016 sammelte Gabriel Knies als Stabhochspringer für den TSV Gräfelfing Medaillen.

Nun also ein Marathon. Als Sportler durch und durch hat er über die Jahre wohl viel Erfahrung im Laufen gesammelt, oder? „Null“, sagt Knies und lacht herzhaft los, dass ihm sogar ein Kopfhörer aus dem Ohr rutscht.

Klares Ziel für New-York-Marathon: Knies trainiert ehrgeizig

Umso akribischer gestaltet der 25-Jährige seit einigen Monaten sein Training. „Ich arbeite mit einem Marathon-Coach zusammen und trainiere jeden Tag“, erzählt Knies. Schließlich möchte er die 42,195 Kilometer in New York nicht einfach nur überstehen. Unter vier Stunden zu bleiben, ist sein Ziel. Dafür schuftet Knies, lässt sich auch von körperlichen Beschwerden kaum aufhalten. „Und ich kenne Leute mit Erfahrung beim New-York-Marathon, die mir Tipps geben“, sagt er.

Und wofür das alles? „Einerseits ist es eine Herausforderung für mich“, erläutert Knies. Andererseits geht es ihm um die Unterstützung bedürftiger Kinder. Der Gräfelfinger hat zwar selbst noch keinen Nachwuchs, ist aber vierfacher Onkel. „Kinder sind für mich ein ganz wichtiges Thema“, sagt er. Als einer von über 100 Teilnehmern startet Knies für das „NYRR Team for Kids“, das Geld für die gemeinnützige Organisation „New York Road Runners“ sammelt.

Guter Zweck: Knies sammelt Spenden für bedürftige Kinder

Ziel des Marathon-Projekts ist, dass jeder Läufer 2500 Dollar Spenden sammelt und somit über 250 000 Dollar für die Unterstützung von Kindern zusammenkommen. „Ich wende mich zurzeit an Firmen“, berichtet Knies. Aber auch Privatpersonen können im Internet spenden und so ihren Beitrag leisten.

New York City besuchte Knies bereits 2018 und schaute unter anderem vom berühmten Empire State Building auf den „Big Apple“ herab.

Mit dem Segelboot rund um Europa - und parallel Sport und Beruf nachgehen

Der Marathon im „Big Apple“ findet am 3. November statt. Bis dahin hat der Würmtaler noch ein straffes Trainingsprogramm, was zusätzlich erschwert wird, weil er sich derzeit auf einem Segeltrip rund um Europa befindet. „Ich wollte mal meinen Abenteuergeist rauslassen, meinen Freiheitsdrang verwirklichen“, sagt Knies. Vor fünf Monaten startete er in Schweden, inzwischen ist er an der Côte d’Azur angekommen.

Abends legt er stets in einem Hafen an – und absolviert sein Laufpensum für den Tag. Auch der Beruf kommt dann nicht zu kurz, schließlich kommt Knies für seine Ausgaben komplett selbst auf, so auch für die Kosten seines anstehenden USA-Trips. In seinem „Floating Office“ (Knies) geht er seiner Arbeit als Selbstständiger nach.

Abenteurer: Derzeit segelt Knies alleine um Europa.

Basis im Würmtal - „Das ist ein Teil von mir“

In wenigen Tagen ist dieses Abenteuer vorüber. Dann verkauft der 25-Jährige sein Boot und macht vor dem Abflug nach New York wohl erst mal einen Abstecher in die Heimat. „Gräfelfing ist meine Basis“, so Knies. Freunde treffen, die Familie sehen – das ist ihm wichtig. „Ich habe so viele Kindheitserinnerungen an Gräfelfing, das Würmtal, München“, sagt Knies. „Das ist ein Teil von mir.“ Und diesen möchte er nicht missen, auch wenn ihn sicher schon bald das nächste Abenteuer ruft.

mg

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