Schwimm- und Sporthalle für 29 Millionen Euro

Gegner verzögern Großprojekt

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Eine Gruppe Gräfelfinger Gemeinderäte tut sich nach wie vor schwer mit dem Großprojekt einer neuen Schwimm- und Dreifeldsporthalle am Schulcampus Lochham. Sie bemängeln den Standort nördlich der Adalbert-Stifter-Straße, die schiere Größe – oder beides. Und sie lehnen den Neubau bei jeder Gelegenheit ab. Im Bauausschuss am Donnerstag sorgten sie mit einem 4:4-Patt erneut für eine Verzögerung.

Gräfelfing– Zunächst ging es um einen Antrag von SPD und FDP, den jetzigen Standort des alten Schwimmbads mit darüber liegender Turnhalle für den Neubau zu überprüfen. So werde die Abholzung und Versiegelung von Waldfläche vermieden. Zudem, so Jörg Scholler (FDP), sei das geplante Schwimmbad zu groß.

Auch Joachim Bender (Grüne) schlug in diese Kerbe. Er zeigte sich überzeugt, dass der Platz am Bestandsort ausreiche – anders als es die Mehrheitsmeinung im Gemeinderat und die Fachmeinung der Architekten war. Als Beleg führte Bender an, dass in Bayern offiziell 3 m2 Pausenhof pro Schüler ausreichen würden. Bender: „Ich fühle mich von Seiten der Verwaltung erheblich getäuscht.“ Der Gemeinderat sei „manipuliert“ worden, indem man ihm diese Zahlen vorenthielt.

Architekt Clemens Pollok, der den Schulcampus im Auftrag der Gemeinde baulich betreut, bestätigte die Zahl zwar, sagte jedoch: „Die Richtlinie für Schulhöfe kommt gleich nach der Hühnerzucht.“ Sie stamme aus dem urbanen Umfeld, wo Flächen für Schulhöfe fehlten. Pollok: „Aber wer möchte diese Rechnung wirklich auf den Lochhamer Schulcampus übertragen?“ Die Freiflächen für Schüler seien dort in den letzten Jahren durch Neubauten immer mehr eingeschränkt worden – bis an die Schmerzgrenze der Schulfamilie. Daher sei die Entscheidung, in den Norden auszuweichen, richtig.

Bürgermeisterin Uta Wüst verwies auf aktuelle Stellungnahmen von Volksschule und Kurt-Huber-Gymnasium, die den dringenden Bedarf an Sportstätten allein schon für die Schulen bestätigten. Hinzu komme der Bedarf bei den Sportvereinen.

Nachdem Florian Ernstberger (BVGL) appelliert hatte, längst gefasste Beschlüsse zu respektieren und nicht mehr „auf die Neinsager“ zu hören, lehnte der Bauausschuss den Überprüfungsantrag denkbar knapp mit 4:4 Stimmen ab. Für den Antrag votierten Franz Lang (SPD), Hans-Joachim Kramer (parteifrei), Joachim Bender und Petra Schmid (CSU), die als einzige ihrer Fraktion gegen das Projekt ist.

Die Retourkutsche folgte auf dem Fuß. Denn kurze Zeit später wurde mit dem gleichen Patt abgelehnt, die Leistungsphase 2 für das Projekt als abgeschlossen zu betrachten und Leistungsphase 3 zu beauftragen. Zuvor hatte das Architektenteam von Dietrich / Untertrifaller Details zum Projekt erläutert, die das Gremium in seiner letzten Sitzung gefordert hatte (wir berichteten) und die Kostenentwicklung dargestellt. Nach Kostenoptimierungen bei der Materialwahl sowie im Zuge der Feinplanung läge die Kostenschätzung nun bei 29 Millionen Euro – einschließlich sämtlicher Sonderwünsche der Gemeinde wie Sprinttunnel, Boulderwand, Edelstahlbecken, Photovoltaik und Wärmepumpe. Allerdings sei mit einer jährlichen Steigerung des Baukostenindex von rund 6 % pro Jahr zu rechnen. Die große Differenz zwischen dem ursprünglichen Kostenrahmen (24,6 Millionen) und heutiger Schätzung erklärten sie unter anderem mit den Sonderwünschen des Bauherrn, einem Rechenfehler der Technikplaner, Änderungen der Konstruktion, den Außenanlagen und den Nebenkosten. Das mögliche „Abwurfpaket“ für weitere Einsparungen umfasse 2 Millionen Euro.

Auch wenn der Beschluss für die nächste Leistungsphase eine Kostendeckelung auf 29 Millionen enthielt (vorbehaltlich der Baukostensteigerung), lehnte das Gremium ihn ab. Nun fällt die Entscheidung im Gemeinderat. Dort ist mit einer Mehrheit für das Projekt zu rechnen.

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