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Mit einem Bohrkopf wie diesem könnte demnächst im Auftrag der Gemeinde Gräfelfing nach Tiefenwasser unter dem Würmtal gesucht werden.

Ministerium genehmigt Gemeinde-Antrag

Gräfelfing darf nach Erdwärme suchen

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Gräfelfing/Planegg - Die Gemeinde Gräfelfing hat die Geothermie-Rechte für weite Teile des Würmtals erhalten. Mitbewerber Planegg war bei der Neuvergabe außen vor geblieben.

Im Februar dieses Jahres war in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Planegger Gemeinderates ein Gast aufgetreten, der offenbar Interessantes zu berichten hatte. Vier Monate nach dem Vortrag des Geothermie-Experten der Gemeinde Pullach beschloss der Rat, ebenfalls hinter verschlossenen Türen, sich um die Aufsuchungsrechte für Tiefenwärme unter dem sogenannten Claim Planegg zu bewerben. Das gab die Gemeinde vergangene Woche bekannt. Doch seit Mittwoch steht fest, dass Planegg auf absehbare Zeit keine eigene Geothermiebohrung auf Gemeindegebiet vornehmen kann. Die Rechte gehören jetzt der Gemeinde Gräfelfing.

Aufsuchungs- und Erschließungsgenehmigungen für einzelne Claims vergibt das Bayerische Wirtschaftsministerium. Bisher besaß die Kraillinger Firma Trinkl die Aufsuchungsrechte für den Claim Planegg, der von Pasing über Gräfelfing, Planegg und Neuried bis nach Buchendorf im Süden reicht. Er umfasst auch Teile Gautings und des Forstenrieder Parks. Die Aufsuchungsrechte werden aber stets nur befristet vergeben, um eine Vorratshaltung zu unterbinden. Trinkls Erlaubnis war zwar mehrfach verlängert worden. Doch wegen unzureichender Tätigkeit drohte jetzt zum 30. November 2016 nach zwölf Jahren der Verlust.

Die Gemeinde Gräfelfing, die seit Jahren ein Interesse an Tiefengeothermie für ihr geplantes und teilweise schon verlegtes Fernwärmenetz hat, kam einer offenen Neuvergabe zuvor. Sie einigte sich mit Trinkl auf den Kauf des vorgesehenen Bohrplatzes in Gräfelfing und die Übernahme sämtlicher Voruntersuchungen und der Aufsuchungserlaubnis (wir berichteten). Vor einigen Wochen segnete das Ministerium die Übernahme ab und genehmigte in dieser Woche die beantragte Verlängerung um drei Jahre. Planeggs Bewerbung hatte damit erst gar keine Chance. Denn, so ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage, bei gegenläufigen Interessen würde zuerst über die Verlängerung bestehender Erlaubnisse entschieden.

Planeggs Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig sagte, die Bewerbung sei eine Formalität gewesen, um sich Optionen offen zu halten. Man wolle ohnehin mit Gräfelfing über eine Kooperation sprechen. Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst teilte dazu mit: „Wir sind in engem Kontakt und werden jetzt über Kooperationen konkreter werden, vermutlich aber nicht mehr in 2016.“

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