Für Ökologisches Bauen

Gräfelfing  erstellt Negativliste für Baustoffe

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Auf Antrag der Grünen unternimmt die Gemeinde Gräfelfing den Versuch, bei zukünftigen kommunalen Bauvorhaben auf umweltfreundliche Bau- und Dämmstoffe zu setzen.

Gräfelfing–  Eine Diskussion im Bauausschuss am Donnerstag zeigte indes, dass dies nicht einfach umzusetzen ist. Gleich zu Beginn stellte Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter eine Behauptung der Grünen richtig: Antragstellerin Katharina Weber hatte von angelieferten „Styropordämmplatten“ für den Neubau am Schulcampus berichtet. Tatsächlich dürfe in Sonderbauten wie Schulen kein Styropor verwendet werden, und das tue die Gemeinde natürlich auch nicht, so Breiter. Es handle sich um zugelassene Hartschaumplatten.

Gemeinderat Florian Renner gab zu bedenken, dass es bei der Materialauswahl um zahlreiche Details wie Dämmwerte, die gesamte Ökobilanz und den Preis gehe; da sei die Entscheidung nicht ganz einfach. Breiter bestätigte, eine solche Vorgehensweise wirke sich auf das gesamte Gebäude aus. Es sei mit Mehrkosten nicht nur durch Material, sondern auch durch zusätzliche Aufwände der Planer zu rechnen. Zudem müsse bei dem Vorgehen auf Kollisionen mit dem Vergaberecht geachtet werden.

Fachberater Bertold Ziersch sprach sich für eine „Negativliste“ an Baustoffen aus, die Planer an die Hand bekommen müssten. So handhabe es schon die Stadt München, und sein Kollege Reinhard Moosmang hatte die Liste zur Hand. Er kritisierte die Formulierung „natürliche Bau- und Dämmstoffe“ im Antrag als zu schwammig; schließlich fielen auch Tropenhölzer darunter, und Beton sei im Graubereich.

Der einstimmige Beschluss sieht nun vor, dass das Bauamt eine Auflistung sämtlicher in Frage kommender Baustoffe vornimmt, unter Angabe ihrer Ökobilanz und Kosten. Daraus soll der Gemeinderat dann eine Negativliste erstellen.

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