Stellungnahme

Gräfelfing fordert von Planegg ein Verkehrsgutachten

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Die Gemeinde Planegg überarbeitet derzeit ihren Flächennutzungsplan. Als Nachbarkommune hat sich nun die Gemeinde Gräfelfing in dem Verfahren geäußert – und zwar negativ. Gräfelfing fordert unter anderem Änderungen des Entwurfs und ein „aussagekräftiges Verkehrsgutachten“.

Gräfelfing/Planegg Explizit befürchtet Gräfelfing, das zwischen der Autobahn und Planegg beziehungsweise Martinsried liegt, durch die neu angedachten Gewerbe- und Wohnquartiere eine spürbare Zusatzbelastung durch Durchgangsverkehr in Gräfelfinger Wohnquartieren. In der Stellungnahme, die der Gemeinderat jetzt einstimmig verabschiedete, heißt es: „Diese zusätzliche Belastung kann unter Umständen dazu beitragen, dass die Gemeinde Gräfelfing aufgrund der Immissionswerterhöhung für die Wohnquartiere entlang der Pasinger, Planegger sowie der Würmtalstraße in ihrer Planungshoheit eingeschränkt wird.“ So könnten Flächen, die theoretisch noch als Bauland auszuweisen wären, künftig Lärmwerten ausgesetzt sein, die jenseits der DIN-Werte für Wohngebiete lägen. Damit wäre Gräfelfing in seiner Planungshoheit betroffen. Ein aussagekräftiges Verkehrsgutachten solle die verkehrlichen Entwicklungen bei Umsetzung aller angedachten Vorhaben darstellen.

Zudem sieht Gräfelfing die Ziele des Regionalplans durch die Planegger Pläne verletzt. Die Umwidmung der derzeitigen Straßenfläche im Westen Martinsrieds und die Erweiterung des Gewerbegebietes nach Westen schränke das Trenngrün zwischen den Siedlungseinheiten ein. „Wenn man zudem berücksichtigt, dass der festgelegte regionale Grünzug zur Verbesserung des Bioklimas und zur Sicherung eines ausreichenden Luftaustausches sowie zur Gliederung der Siedlungsräume beitragen soll, werden mit den Gewerbegebietserweiterungen die regionalpanerischen Festlegungen geradezu konterkariert“, wenden die Gräfelfinger ein. Dies umso mehr, als in dem Bereich mit Gewerbegebiet und der stark befahrenen St 2343 (Würmtalstraße) bereits „negative Einflussfaktoren“ vorlägen.

Die Aussichten, mit diesen Einwänden in dem Fortschreibungsverfahren nicht nur Gehör, sondern auch Beachtung zu finden, sind allerdings äußerst gering.

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