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Unternehmen wirbt für Kiesabbau in der Region

Glück versorgt fast das ganze Würmtal mit Infoflyern

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Die Bernhard Glück Kies-Sand-Hartsteinsplitt GmbH fühlt sich missverstanden. Deswegen hat sie einen Flyer erstellen lassen, der ihre Sicht der Kiesgewinnung im Würmtal darlegt.

Gräfelfing– Der Flyer wird an alle Haushalte in Gräfelfing, Lochham, Planegg, Martinsried, Krailling, dem Gewerbegebiet KIM, Pentenried, Frohnloh und Neuried verteilt. Nur nicht in Gauting. Dort meldete der Bauausschuss des Gemeinderates Ende Juni keine Einwände an gegen das Abbauprojekt Dickwiese im Planegger Holz.

Die Gräfelfinger Firma Glück plant, im Wald zwischen Planegg und Germering sukzessive auf 24,4 Hektar Kies abzubauen. Ein Antrag auf landesplanerische Beurteilung bei der Regierung von Oberbayern wurde gestellt, ein Raumordnungsverfahren läuft. In dessen Rahmen sind die betroffenen Kommunen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Bis auf Planegg, das sich dank Fristverlängerung Mitte September damit befasst, und Gauting haben alle das Projekt abgelehnt: Gräfelfing, Krailling und Germering, unter anderem wegen einer Verringerung der Naherholungsflächen, aber auch, weil die Dickwiese nicht Teil der regionalplanerischen Vorbehalts- und Vorranggebiete ist.

Sobald das Projekt bekannt wurde, taten sich Bürger und Bürgerinitiativen zusammen unter dem Motto „Rettet den Würmtaler Wald“. Sie beziehen in ihren Protest auch ein 42 Hektar großes Vorranggebiet im Forst Kasten bei Neuried mit ein, das sich in Besitz der Heiliggeistspital-Stiftung befindet und nach und nach zum Kiesabbau genutzt werden soll. Glück verlor die Ausschreibung, kämpft aber juristisch dagegen an. Wohl auch deswegen verweist der Infoflyer ebenfalls auf das Abbaugebiet in Forst Kasten. Die Dickwiese wird „zukünftige Alternativfläche“ genannt.

Glück lädt zum Tag der offenen Tür im Oktober

Glück argumentiert, dass regionale Kiesgewinnung ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sei. Es sei in den vergangenen Wochen „viel über die Kiesgewinnung im Würmtal geschrieben worden“. Es heißt weiter: „Vieles davon ist aus unserer Sicht einseitig, verkürzt oder schlicht nicht zutreffend dargestellt.“

Im Merkur-Gespräch warnte Geschäftsführer Markus Wahl Anfang Juli, was passiere, wenn in etwa sieben Jahren die nahen Abbauflächen, die per Förderband erschlossen werden, erschöpft sind: „Dann können wir nach 85 Jahren zusperren und 250 Leute auf die Straße setzen.“ Neben Glück als alteingesessenem Familienbetrieb wirbt der Flyer auch für „Kiesgewinnung der kurzen Wege“ und argumentiert: „Jeder braucht Kies.“ Er verweist auf die „Nähe zum Einsatzort“: „Glück versteht sich als Versorger der Region.“ Die Produktion sei umweltschonend, mit der Verfüllung abgebauter Flächen erfülle Glück eine wichtige Aufgabe der regionalen Verwertung. Recycling-Beton, wie vom Planegger Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in einer Petition an den Bayerischen Landtag gefordert, ist laut Flyer keine Lösung: „Durch den Einsatz von Recycling-Material können derzeit fünf Prozent des Primärrohstoffes ersetzt werden“, heißt es dort.

Kiesgruben trügen zur Artenvielfalt bei. Und bestehende Fichten-Monokulturen würden nach der Verfüllung durch Mischwald ersetzt. Fazit des Flyers: „Regionale Kiesgewinnung ist gelebte Nachhaltigkeit.“ Wer sich selbst vom Unternehmen ein Bild machen will, kann dies am Samstag, 12. Oktober, tun: Dann lädt Glück zum Tag der offenen Tür ins Gräfelfinger Kieswerk ein. 

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