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Letzte Ruhe auf dem Gräfelfinger Friedhof: Die Familie, zahlreiche Freunde und Weggefährten nahmen am Donnerstag Abschied von Klaus Paulus. Der Musiker und langjährige Schabernack-Wirt war nach langer Krankheit verstorben. 

200 Trauernde geben dem Musiker und ehemaligen Schabernack-Wirt das letzte Geleit

Bewegender Abschied von Klaus Paulus (61)

Mit dem Musikvideo zu seinem eigenen Song „Before the Devil Knows you’re dead“ wurde am Donnerstag die Trauerfeier für Klaus Paulus eröffnet, der am 10. Januar nach langer, schwerer Krankheit mit 61 Jahren gestorben war. Über 200 Gäste kamen in die Gräfelfinger Aussegnungshalle.

Gräfelfing – Sie versammelten sich, um dem Musiker und langjährigen Wirt der Kraillinger Kultkneipe Schabernack die letzte Ehre zu erweisen. „Wie es ihm gefallen hätte, sind heute alle seine Freunde gekommen“, sagte Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst, die ebenfalls mit Paulus befreundet war.

Klaus Paulus wuchs in Lochham gemeinsam mit seiner Schwester Christine auf, in Gräfelfing ging er auch zur Schule. Er lernte Akkordeon, Schlagzeug und später Gitarre spielen, mit der ihn die meisten in Erinnerung haben. Mit zwölf Jahren gründete er seine erste Band. Viel Musik erklang auch auf der Trauerfeier; zwischen den Reden erinnerten Musikerkollegen mit Liedern an den Verstorbenen.

Erst jobbte er im Schabernack, dann übernahm er die Kneipe

Klaus Paulus erkundete nach der Schule Teile der Welt, blieb dem Würmtal aber immer treu. Er war jahrelang Organisator und wichtiger Bestandteil des Kulturfestivals in Gräfelfing. In den frühen 80ern fing er an, im Schabernack in Krailling zu jobben, das er danach übernahm. Seine Herzlichkeit und Offenheit lernten die Gäste dort kennen und schätzen. Auch für Uta Wüst war die Kult-Musikkneipe ein Ort, an dem sie in ihrer Jugend immer willkommen war.

Nach seiner Zeit als Wirt machte Klaus Paulus trotz Krankheit mit der Musik weiter und blieb stets aktiv. „Ich wünsche mir, dass er da, wo er jetzt ist, glücklich und zufrieden auf sein Lebenswerk schauen kann“, beendete Uta Wüst ihre Rede.

Sohn Tim verabschiedete sich mit emotionalen Worten von seinem Vater und appellierte daran, „das Auge für die Liebe in uns, um uns und die Menschen, die wir lieben, nicht zu verlieren“. Das habe ihm sein Vater beigebracht. Weggefährten und Verwandte erinnerten sich emotional und auch humorvoll an Klaus Paulus, der auch in schweren Tagen versuchte, stets positiv zu bleiben, und das auch an seine Umgebung weitergab. Schwester Christine bat zum Abschluss um einen letzten, kräftigen Applaus für den Verstorbenen, der bei vielen Würmtalern immer einen Platz im Herz haben wird.  

Jana Zwerger

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