Der Gräfelfinger Wertstoffhof ist stark frequentiert – und zu klein. Nicht erst seit Corona stauen sich an manchen Tagen die Autos bei der Einfahrt. Die zunehmende Diversität beim Trennen, neue Wertstoff-Fraktionen und Einrichtungen wie eine Wertstoffbörse bedingen eine Vergrößerung. Nun sucht die Gemeinde einen neuen Standort.
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Der Gräfelfinger Wertstoffhof ist stark frequentiert – und zu klein. Nicht erst seit Corona stauen sich an manchen Tagen die Autos bei der Einfahrt. Die zunehmende Diversität beim Trennen, neue Wertstoff-Fraktionen und Einrichtungen wie eine Wertstoffbörse bedingen eine Vergrößerung. Nun sucht die Gemeinde einen neuen Standort.

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Gräfelfing braucht neuen Wertstoffhof

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Betriebshof und Wertstoffhof der Gemeinde Gräfelfing am Lochhamer Schlag brauchen jeweils mehr Platz und eine Umstrukturierung. Nun sucht die Gemeinde einen neuen Standort für den Wertstoffhof – zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Gräfelfing – Bereits als der Gräfelfinger Wertstoffhof vor über zwei Jahrzehnten auf dem Gelände des Betriebshofs (damals: Bauhof) angesiedelt wurde, handelte es sich um ein Provisorium. Das schien vertretbar – zu einer Zeit, da die gesammelten Wertstoffe an einer Hand abzuzählen waren, mit ebenso wenigen Großcontainern.

„Heute haben wir ganz andere Anforderungen und viel mehr Platzbedarf“, sagt Bürgermeister Peter Köstler. Die moderne Kreislaufwirtschaft, eine Wertstoffbörse, das immer spezialisiertere Trennen von Material, etwa bei Elektro- und Kleingeräten, lassen die Experten von einem Flächenbedarf in der Größenordnung von 5000 Quadratmetern für den Gräfelfinger Wertstoffhof sprechen.

Zugleich benötigt auch der Betriebshof selbst mehr Platz und wartet längst auf eine Erweiterung und Neuordnung. Für das vordere Gebäude mit Wohnungen und Büros gibt es eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung. Außerdem könnten im rückwärtigen Bereich die bestehenden Lager- und Fahrzeughallen aufgestockt oder ein Neubau errichtet werden. Heute kann die Gemeinde beispielsweise keine Frauen für den Betriebshof einstellen, weil dafür benötigte getrennte Umkleiden und Sanitärräume fehlen. „Klar ist: Wir müssen in beiden Bereichen, Betriebshof und Wertstoffhof, etwas tun“, sagte Bürgermeister Köstler gestern auf Merkur-Anfrage.

Zuerst muss ein neuer Standort für den Wertstoffhof am Ortsrand gefunden werden. Das ist nicht ganz einfach. Eine schlichte Erweiterung käme in Konflikt mit dem umgebenden Bannwald und der nahen Trasse für die Entlastungsstraße, die nach wie vor Beschlusslage ist. Eine andere Möglichkeit wäre die Fläche zwischen Friedhofsparkplätzen und Schneidergrube, die aktuell teilweise dem Betriebshof als Materiallager dient. Naheliegend und von manchen Gemeinderäten befürwortet wäre auch das Grundstück auf der anderen Seite des Lochhamer Schlags, gegenüber dem heutigen Standort. Das allerdings befindet sich dem Vernehmen nach in Privatbesitz, ist mit Baurecht versehen und somit für den Fall, dass es zum Verkauf stünde, kein Schnäppchen. Beschlossen ist jedenfalls noch nichts.

Dass die erste Bestandsaufnahme nichtöffentlich verlief, begründet der Bürgermeister mit Arbeitssicherheitsaspekten auf dem Bestandsgelände und eben den Eigentumsverhältnissen möglicher neuer Standorte. Die eigentliche Debatte und Beschlussfassung werde selbstverständlich öffentlich stattfinden, so Peter Köstler.

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