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Morgendlicher Stau auf dem Neurieder Weg: Beim Neubauprojekt würde eine lange Linksabbiegerspur Abhilfe schaffen, allein es fehlen noch benötigte Grundstücke. 

Grundstücksverhandlungen am Neurieder Weg

Gräfelfing bringt Enteignung ins Spiel

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Seit Jahren verhandelt die Gemeinde Gräfelfing um Grundstücke für eine Verbreiterung des Neurieder Wegs. Jetzt geht die Geduld im Rathaus zu Ende.

Gräfelfing– Im Westen Pferdekoppeln, im Osten ein Acker: Der Neurieder Weg ist ein Feldweg – nicht nur, was die Nachbarschaft angeht, sondern auch faktisch. Die schmale Straße hat keinen festen Unterbau, die Teerdecke verläuft in Wellen, ohne Entwässerung und ist zudem notorisch kaputt. Das Problem: Der Neurieder Weg ist gleichzeitig eine Hauptverkehrsader für Pendler; morgens stauen sich die Autos bis auf Höhe des Friedhofs zurück, weil die Einmündung in die Würmtalstraße nicht leistungsfähig genug ist.

Pläne, die Abhilfe schaffen würden, liegen seit Jahren fertig in der Schublade: Eine Neuanlage der Straße mit ordentlicher Breite, Baumgräben, Geh- und Radwegen. Und vor allem mit einer langen Linksabbiegerspur, damit es keine Staus mehr gibt. Diese Straße könnte auch als erster Bauabschnitt einer angedachten Umgehungsstraße für das Gewerbegebiet gelten.

Mit zwei Verhandlungspartnern hat die Gemeinde noch keine Einigung erzielt. Während es in einem Fall dem Vernehmen nach lediglich um den Preis geht und daher eine Einigung möglich erscheint, gibt es im zweiten Fall keinen Lösungsansatz.

Dieser Besitzer, dessen Familie große Flächen im Würmtal gehören, stellt unter anderem Bedingungen an die Bauausführung der neuen Straße, etwa, dass sie vierspurig sein müsse. Außerdem erhofft er sich möglicherweise Baurecht für seinen Acker. Auf Ersteres will die Gemeinde nicht eingehen, auf Zweiteres kann sie es gar nicht. Denn der Acker liegt im Regionalen Grünzug und der Frischluftschneise; für eine Bebauung gibt es derzeit keine Möglichkeiten.

Trotzdem will die Gemeinde dem Eigentümer Brücken bauen. „Wir haben schon viele Pläne verschiedener Lesbarkeit vorgelegt, um ihm entgegenzukommen“, sagt Bürgermeisterin Uta Wüst. Auch Forderungen, Zufahrten zum heutigen Acker in der Planung vorzusehen, sei die Gemeinde nachgekommen. Es half alles nichts; von einer Unterschrift ist man offenbar noch weit entfernt.

Vor zwei Wochen startete Wüst wieder einen Anlauf, und es könnte der letzte auf dem Verhandlungsweg gewesen sein: Die Gemeinde unterbreitete ein mit Zahlen unterlegtes Angebot und legte auch Stellungnahmen der Gemeinde Planegg und des Innovations- und Gründerzentrums in Martinsried vor, die das Projekt befürworten. Eine Antwort gab es bislang nicht.

Nun winkt die Kommune mit dem Zaunpfahl, und darauf steht: Enteignung. Auf Merkur-Anfrage bestätigte Bürgermeisterin Wüst: „Wir prüfen ernsthaft die Möglichkeiten eines Bebauungsplans oder einer Planfeststellung. Mit dem Beschluss könnten wir bauen, und der Eigentümer bekäme den gängigen Wert für sein Grundstück bezahlt.“ Schließlich sei das Gemeinwohl wichtiger als Partikularinteressen.

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