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Der südliche Teil der Scharnitzer Straße in Gräfelfing steht zur Sanierung an. Zunächst muss dafür wohl die Gashochdruckleitung versetzt werden. 

Gashochdruckleitung blockiert Austausch der Wasserleitung

Unterirdische Problemlage

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Die Gemeinde Gräfelfing will eine Straße sanieren, der Würmtal-Zweckverband dort im Vorfeld die Wasserleitung erneuern. Doch eine Gashochdruckleitung sorgt für Probleme.

Gräfelfing – Bevor die Gemeinde Gräfelfing Straßen saniert, fragt sie stets ab, ob die Spartenbetreiber von Gas, Wasser, Abwasser und Telekommunikation im Untergrund ebenfalls etwas austauschen möchten. Das geschieht dann sinnvollerweise, bevor die Kommune die Fahrbahn erneuert. Gewöhnlich läuft diese Absprache reibungslos, auch bezüglich der nicht ganz einfachen Kostenteilung. Doch im Falle der Scharnitzer Straße Süd, die nun auf der Agenda steht, liegt in der Tiefe der Hund begraben.

Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 hatte die Gemeinde den Nordteil der Scharnitzer Straße erneuert. Ursprünglich sollte in diesem Jahr der südliche Teil folgen. Dazu wird es erst 2020 kommen. Der Würmtal-Zweckverband (WZV) hatte für diesen Straßenabschnitt frühzeitig angekündigt, bei dieser Gelegenheit die aus dem Jahr 1930 stammende Trinkwasserleitung austauschen zu wollen. Allerdings liegt darüber mittlerweile eine Gashochdruckleitung der Stadtwerke München (SWM), gebaut im Jahr 1960. Diese müsste wohl zunächst auf die andere Straßenseite verlegt werden, um die Wasserleitung überhaupt zugänglich zu machen. Kostenpunkt der Verlegung: 300 000 bis 350 000 Euro. Gemäß dem Gaskonzessionsvertrag zwischen den SWM und der Gemeinde aus dem Jahr 2009 müsste der Maßnahmenverursacher 40 Prozent der anfallenden Kosten für die Verlegung übernehmen – also 120 000 bis 140 000 Euro.

Wer nun dieser Verursacher sei, ist zwischen den drei Akteuren umstritten. Die Stadtwerke München haben keinen Handlungsdruck und verweisen auf den Konzessionsvertrag, sehen also die Gemeinde Gräfelfing in der Pflicht.

Bauamtsleiter Markus Ramsauer wiederum sagte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses: „Wir halten den Würmtal-Zweckverband, der seine Wasserleitung tauschen will, für den Verursacher.“ Die Gemeinde wolle lediglich ihre Straße sanieren. Dass dieser absehbare Konfliktfall durch die Lage der Leitungen überhaupt auftrete, sei mangelnder Kommunikation in der Vergangenheit geschuldet. Markus Ramsauer: „Die hätten sich damals schon abstimmen und das Gas auf die andere Seite verlegen müssen.“

Klaus Krüger, Geschäfts- und Werkleiter des Würmtal-Zweckverbands, kann das so nicht stehen lassen. Auf Merkur-Anfrage sagte er: „Wir können auch nichts dafür, dass die Gasleitung später über die Wasserleitung verlegt wurde. Der Gemeinde gehört der gesamte Straßenraum; sie ist auch für die Zonierung zuständig. Es ist nicht in Ordnung, eine bestehende Leitung zu überbauen.“

Als mögliche Lösung schlug Markus Ramsauer vor, der Zweckverband solle seine Wasserleitung tauschen, ohne die Gasleitung zu verlegen. Das sei technisch sicher aufwendiger, aber wohl machbar. Ramsauer: „Dann muss die Gemeinde auch nichts zahlen.“

Klaus Krüger reagierte auf diese Variante mit großem Vorbehalt. „Es ist bei solchen Arbeiten grundsätzlich ein Abstand zu Gasleitungen einzuhalten“, sagte er. Üblicherweise werde nicht unter einer Gasleitung gearbeitet; allein schon das Ausbaggern sei da kaum mit der gebotenen Sicherheit durchführbar. Der WZV sei jedoch bereit, die Details bezüglich der Lage und Abstände zu prüfen. Überhaupt zeigen sich alle drei Akteure an einer sachlichen, einvernehmlichen Lösung interessiert. Die soll bei einem nächsten Treffen gefunden werden.

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