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Ausgerechnet die malerische Tassilostraße wird mit 1,3 Millionen Euro in diesem Jahr die teuerste Sanierungsmaß nahme sein. Der Grund ist eine hohe Teerbelastung und damit verbundene Entsorgungskosten.

Gräfelfing investiert

Frisch sanierte Straßen für 6 Millionen Euro

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Die Gemeinde Gräfelfing zieht im Jahr 2020 ihr bisher umfangreichstes Straßenbauprogramm durch. Obwohl für ganze 6 Millionen Euro ein Dutzend Wohnstraßen saniert werden, sollen die Belastungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer geringer sein als im Vorjahr.

Gräfelfing – Den Sommer 2019 verbindet mancher Gräfelfingermit Baggern, Asphaltfertigern,Lärm, Staub und Umleitungen. Damals zogen sich in der Ortsmitte die Baustellen in der Rottenbucher Straße und der Flurstraße West über viele Wochen hin. Außerdem sorgte der Neubau des Neurieder Weges für größere Verkehrsprobleme. Die Gemeinde investierte 5 Millionen Euro in die Maßnahmen. Auch wenn 2020 noch mehr Straßen für noch mehr Geld – so viele wie nie zuvor in einem Jahr – erneuert werden, gibt Roland Strecker Entwarnung. Denn anders als 2019 sind die Baumaßnahmen zeitlich besser verteilt, liegen die Örtlichkeiten dezentraler, sind die Aufgaben einfacher gestrickt. Strecker: „Diesmal sind die Sparten wie Wasser und Kanal bereits verlegt, und wir müssen nur noch die Straßen an sich sanieren.“ Einzige Ausnahme ist die Rochusstraße (Kosten: 300 000 Euro), in der der Würmtal-Zweckverband Anfang Juni zunächst die Kanal-Hausanschlüsse erneuern wird, ehe die Straßensanierung beginnt.

Teuerste Maßnahme mit 1,3 Millionen Euro wird die Tassilostraße sein, obwohl hier nur die Fahrbahn neu angelegt wird. Der Grund ist eine extrem hohe Belastung mit Teer, der teuer entsorgt werden muss (wir berichteten). Hier sollen die Arbeiten bereits Mitte März beginnen. Ebenso an der Ortsgrenze im Norden, in der Mozart-, Beethoven- und Haydnstraße(900 000 Euro). Ebenfalls in dieser ersten Bauphase geht es in der Saarburg-undSiedlerstraßelos (1 Mio. Euro).

Anfang April rollen die Bagger in der Scharnitzer Straße Süd (580 000 Euro), nachdem ein jahrelanger Streit über eine im Jahr 1966 falsch verlegte Gasleitung beigelegt wurde. Der Eigentümer, die Stadtwerke München, hatte ein Einsehen und legte die Leitung, die über der Wasserleitung lag, auf eigene Kosten um, so dass nun die Straße saniert werden kann.

Ebenfalls kurz vor den Sommerferien saniert die Gemeinde die Turmairstraße in der Heitmeiersiedlung und pflastert eine Gehbahn in der Alten Pasinger Straße neu (insgesamt 475 000 Euro).

Im September folgen dann die WendelsteinstraßeWest (360 000 Euro), die Flurstraße Ost (325 000 Euro) und die Sackgasse Am Haag West (740 000 Euro). Einen Wettlauf mit dem Winter wie 2019, als bis weit in den Dezember hinein gearbeitet wurde, soll es nicht wieder geben.

Insgesamt ist die Gemeinde bewusst früh dran mit den Ausschreibungen, um vor allem die großen Maßnahmen zu günstigen Preisen vergeben zu können, so lange die Auftragsbücher der Firmen noch nicht voll sind. Besonders während der Sommerferien lassen die Unternehmen sich die Arbeit teuer bezahlen. Anders als 2019 will Gräfelfing nun antizyklisch vorgehen und im Sommer komplett pausieren.

Die hohen Investitionen in den Straßenbau sieht Roland Strecker als kluge Investition an. „Es ist ein toller Standard, den wir heute bauen. Diese Straßen halten weit über 50 Jahre.“ So werde die Gemeinde Gräfelfing für lange Zeit eine funktionierende Infrastruktur haben – auch wenn die finanzielle Lage eines Tages nicht mehr so komfortabel sein sollte wie heute.

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