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Gräfelfing ist offiziell fahrradfreundlich

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Von: Martin Schullerus

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Start zur Prüfungsradfahrt, unter anderem mit Birgit Zehetmaier und Martin Singer (vorne, 2. und 3. v.li.) vom Bayerischen Bauministerium sowie Bürgermeister Peter Köstler (2. v. re.) und 3. Bürgermeister Martin Feldner (4. v.re).
Start zur Prüfungsradfahrt, unter anderem mit Birgit Zehetmaier und Martin Singer (vorne, 2. und 3. v.li.) vom Bayerischen Bauministerium sowie Bürgermeister Peter Köstler (2. v. re.) und 3. Bürgermeister Martin Feldner (4. v.re). © Dagmar Rutt

Großer Bahnhof für Zweiräder: An der Hauptbereisung zur Zertifizierung der Gemeinde Gräfelfing als fahrradfreundliche Kommune nahmen am Mittwoch eine Vielzahl von Personen teil, darunter eine Ministerin. Das Urteil der Prüfungskommission fiel positiv aus.

Gräfelfing – „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagt Bürgermeister Peter Köstler. „Wir haben viel dafür getan, die Attraktivität des Radverkehrs in Gräfelfing durch ganz konkrete Maßnahmen zu steigern. Die Auszeichnung wird uns ein Ansporn sein, diesen Weg zu einem starken Miteinander aller Verkehrsteilnehmer weiter zu beschreiten.“

Bereits vor sechs Jahren hatte sich die Gemeinde Gräfelfing als Aspirant bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) beworben. Vor dem Sprung zur Vollmitgliedschaft steht die sogenannte Hauptbereisung mit Prüfung der Kommune, die einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Dabei stellt eine Kommission fest, ob die Gemeinde seit dem Beitritt ihre Hausaufgaben bei der Förderung des Radverkehrs gemacht hat.

Der Termin in Gräfelfing hatte viele offizielle Gäste angelockt, allen voran Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, zwei Ministerialbeamte, Markus Büchler (MdL, Grüne), Vertreter von ADFC, Polizei, Staatlichem Bauamt und der Gemeinde Gräfelfing mit Bürgermeister Peter Köstler und dem Arbeitskreis Radverkehr unter Leitung von 3. Bürgermeister Martin Feldner.

Nach der Prüfung von Unterlagen, einer Präsentation von Roland Strecker, Radverkehrsbeauftragter der Gemeinde, und Vorgesprächen vormittags im Rathaus fand am Nachmittag eine Besichtigung und Vorort-Prüfung statt – natürlich per Rad. Danach zog sich die Prüfungs-kommission zur Beratung zurück und verkündete anschließend ihren Beschluss: Gräfelfing wird offiziell zur fahrradfreundlichen Kommune erklärt und erhält die Auszeichnung wohl am 27. Januar gemeinsam mit anderen Kommunen in München. Allerdings muss die Gemeinde noch drei eher formale Bedingungen erfüllen. Beispielsweise gibt Gräfelfing mit 500 000 Euro weit mehr als den Mindestbetrag pro Einwohner und Jahr zur Förderung des Radverkehrs aus, doch fehlte eine genauere Aufschlüsselung.

Die Zertifizierung, die die Nachbargemeinde Planegg bereits besitzt, gilt sieben Jahre, worauf eine Nachzertifizierung ansteht. Für diese – das steht schon fest – muss Gräfelfing noch eine ganze Reihe von längerfristigen Aufgaben erledigen. So muss der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Förderung des Radverkehrs mit ausformulierter Zielsetzung beim Zuwachs pro Jahr fassen. Es muss ein Radverkehrskonzept geben, das als Unterkapitel des in Arbeit befindlichen Gesamtverkehrskonzeptes vorgesehen ist. Der bereits einmal im Gemeinderat gescheiterte Versuch einer Fahrradabstellsatzung sollte erneuert werden – ebenso wie der Antrag, eine Fahrradstraße einzurichten.

Die Prüfungsfahrt durch den Ort streifte jüngste bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs, etwa bei den Kreisverkehren in der Lochhamer Straße. Die schmerzlichsten Defizite wiederum zeigten sich laut Martin Feldner an den Staatsstraßen im Ort – und somit außerhalb der kommunalen Zuständigkeit: Namentlich die großen Kreuzungen am Elektromarkt sowie an der Pasinger-/ Bahnhof-/ Würmtal- und Planegger Straße bedürften nach Ansicht der Experten dringend einer verkehrlichen Neuordnung und Verbesserung für Radfahrer. Gut, dass unter den vielen Offiziellen mit Amtsrat Stephan Gruber auch ein Vertreter des zuständigen Staatlichen Bauamtes Freising vor Ort war.

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