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Kandidaten der Grünen/Unabhängigen für die Wahl in Gräfelfing

Aufstellungsversammlung in Gräfelfing

Grüne: Klima wichtigstes lokales Thema

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Martin Feldner (61) ist nun auch offiziell der Bürgermeister-Kandidat der Grünen in Gräfelfing. 18 Mitglieder wählten ihn bei der Aufstellungsversammlung am Freitag einstimmig. Die Liste für den Gemeinderat birgt Überraschungen.

Gräfelfing – „Nicht die Richtung der Arbeit im Rathaus stört mich, sondern die Geschwindigkeit.“Martin Feldner trat bei seiner Präsentation im Kreis der Parteifreunde selbstbewusst auf. Der Maschinenbauingenieur und Familienvater aus Lochham gab die „Klimafrage“ als wichtigstes politisches Thema aus – auch im lokalen Bereich. Hier müsse sich das Tempo der Maßnahmen „vervielfachen“.

Das Gewerbe am Ort müsste sich mit einem Bürgermeister Feldner jedenfalls auf eine reduzierte Unterstützung einstellen. Er lehnt nicht nur, wie seine gesamte Gruppierung, die Entlastungsstraße ab, die das Gewerbegebiet erschließen würde („dafür keine 1200 Bäume fällen“), sondern rief generell dazu auf, „die Grenzen des Wachstums“ zu erkennen und nicht mehr „nach Rekorden bei der Gewerbesteuer zu streben“. Die Steuereinnahmen würden ohne Wachstum „immer noch reichen“, so Feldner.

Feldner: „Kein Kahlschlag für Kiesabbau“

Regionaler Kiesabbau sei zu befürworten, sagte der Kandidat. „Aber auf keinen Fall dort, wo jetzt Wald ist. Kein Kahlschlag für Kiesabbau.“

Martin Feldner begrüßte das geplante Verkehrskonzept für Gräfelfing, blieb allerdings bei Alternativen etwa für die Entlastungsstraße im Vagen. Gebraucht würden „innovative Verkehrskonzepte“, erklärte er. Auf die Nachfrage eines Mitglieds, was damit gemeint sei, sagte Feldner: „Elektrobus, U-Bahn, irgendwas Innovatives, von mir aus Flugtaxis, Bimmelbahn, keine Ahnung.“ Visionen müssten jedenfalls her.

Die Liste für den Gemeinderat, die nach den Regularien der Grünen strikt geschlechterparitätisch ist (wobei Frauen der erste Platz gebührt), birgt gewisse Überraschungen. Nicht auf den Plätzen eins und zwei, wo Bezirks-, Kreis- und Gemeinderätin Frauke Schwaiblmair (56) sowie Martin Feldner praktisch gesetzt waren. Doch schon auf Platz drei ist mit Susanne Becker eine Neu-Gräfelfingerin geführt, und bis einschließlich Platz sechs nimmt die politische Erfahrung und Bekanntheit der Kandidaten nicht nennenswert zu. Selbst Feldner ist ein Neuling in der Kommunalpolitik.

Katharina Weber auf Platz sieben

Katharina Weber, die aktuell Grünen-Gemeinderätin ist und schon viele Jahre in dem Gremium an der Seite von Frank Sommer allseits respektierte Sacharbeit leistete, steht lediglich auf Platz sieben – auf eigenen Wunsch. Joachim Bender, der Anfang 2019 für Frank Sommer in den Gemeinderat nachrückte und über große kommunalpolitische Erfahrung verfügt, trat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an.

Die Kandidaten der Gräfelfinger Grünen für den Gemeinderat sind:

1. Frauke Schwaiblmair, 2. Martin Feldner, 3. Susanne Becker, 4. Jürgen Evers, 5. Ulrike Tuchnitz, 6. Gerhard Mengedoht, 7. Katharina Weber, 8. Raymund Messmer, 9. Elke Bothe,10. Jakob Haeseler, 11. Christiane von Necker, 12. Ulrich Brügmann, 13. Sabine Pilsinger, 14. Florian Schwaiblmair, 15. Christine Wilkening, 16. Marin Scheid, 17. Christina Hüge-Hornauer, 18. Nabil Preuß, 19. Ingrid Gardill, 20. Klaus Tuchnitz, 21. Annina Höltgen, 22. Michael Gran, 23. Ulrike Deeg, 24. Stefan Parhofer


 

Auch interessant: Gräfelfinger Grüne haben aufs Stadtradeln verzichtet.

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