Im Zuge der Corona-Krise hat das Gräfelfinger Unternehmen Lichtkontor verschiedene UV-C-Leuchten entwickelt. Die „A-lumine“-Geräte töten per Bestrahlung in kurzer Zeit Corona- und andere Viren sowie Bakterien und Pilze ab.
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Claudia Schmidt und Alexander Reichl haben die neue „A-lumine“-Produktreihe aufgelegt. 

Corona-Krise: „Lichtkontor München“ entwickelt spezielle Leuchten

Mit UV-C-Licht gegen Corona & Co.

  • Peter Seybold
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Im Zuge der Corona-Krise hat das Gräfelfinger Unternehmen Lichtkontor verschiedene UV-C-Leuchten entwickelt. Die „A-lumine“-Geräte töten per Bestrahlung in kurzer Zeit Corona- und andere Viren sowie Bakterien und Pilze ab.

Gräfelfing– Das kleine Gräfelfinger Unternehmen „Lichtkontor München“ von Claudia Schmidt kümmert sich normalerweise um die Lichtplanung von gewerblichen Räumen wie Fitness-Studios, Praxen und Büros. Also darum, wo welches Licht installiert wird und welcher Mix aus Grund- und Sekundärbeleuchtung sinnvoll ist. „Von Bordellen bis sakralen Räumen habe ich mich schon um alles gekümmert. Auch die Beleuchtung der früheren Schrannenhalle sowie die Lichtplanung der Wegezonen im Gräfelfinger Rathaus stammen von uns“, erzählt Schmidt. Die Flutlichtanlage des TSV Gräfelfing und die des Sportplatzes des Kurt-Huber-Gymnasiums, die Beleuchtung des Martinsrieder Obi-Marktes sowie des Vereinsheims der Planegger Hubertus-Schützen stammen ebenfalls von Schmidt. Auch viele Banken, Hotels und Gärtnereien gehören zu den Kunden von Lichtkontor, das seit 1993 existiert und heute seinen Sitz in der Friedenstraße hat.

Als die Corona-Krise Mitte März begann, „gingen natürlich auch die Aufträge für Lichtplanungen nahe Null“, erzählt Claudia Schmidt. Um als Unternehmen durch die Ausnahmesituation zu kommen und bei der Bekämpfung des Virus zu helfen, überlegte sich Schmidt eine neue Produktreihe. Unter der Marke A-lumine entwickelte die Gräfelfingerin zusammen mit IT-Partner Alexander Reichl Lampen zur Bestrahlung mit UV-C-Licht. „Dass UV-C-Strahlen Viren und Bakterien abtöten, ist ja lange bekannt“, sagt sie.

Versuch in Arztpraxis

Um auch einen Beweis dafür zu haben, führte die Gräfelfinger einen Versuch durch und gaben einen weiteren bei einem polnischen Institut in Auftrag. Bei dem eigenen Versuch verteilte Schmidt in einer Würmtaler Arztpraxis auf einem Metalltisch gleichmäßig Eiter. Je ein Drittel davon blieb als Referenzwert unberührt, wurde mit Sterilium gereinigt sowie aus einem Meter Abstand mit einer UV-C Leuchte bestrahlt. Das Ergebnis: Bei dem mit der Leuchte bestrahlten Eiter waren ähnlich wie bei dem mit Sterilium gereinigten fast alle Bakterienkolonien deaktiviert. Das „Life Science Park“-Institut in Krakau führte auf Schmidts Auftrag einen ähnlichen Versuch mit verschiedenen Viren, Bakterien und Pilzen, darunter dem neuen Coronavirus, durch. Die Resultate waren sehr ähnlich (Erklärung siehe Kasten links).

Schmidt und Reichl setzten die Erkenntnisse anschließend in ihrer neuen Produktreihe um. „A-lumine“ umfasst UV-C-Leuchten in verschiedenen Größen und Designs für drei- und vierstellige Beträge. Auch ein UVC-Messgerät und -Schutzbrillen sind im Angebot. Die Lampen können zum Beispiel Arzt- und Physiotherapiepraxen, Fitness-Studios, Büros und Schulen zur Desinfizierung von Wartezimmern und Umkleiden nutzen, ohne Sprays nehmen zu müssen. Nicht nur Oberflächen, sondern auch Luft kann so desinfiziert werden. Entscheidend ist dabei stets, aus welcher Entfernung und mit welcher Intensität bestrahlt wird. „Uns ist auch wichtig, dass wir alle Kunden ausführlich beraten und unsere Geräte eine Einschaltverzögerung haben, da ja UV-C-Strahlen für Haut und Augenlicht nicht ungefährlich sind“, sagt Schmidt. Ein Bewegungsmelder sorgt dafür, dass sich die Geräte automatisch abschalten können. Die Lampen werden von Firmen in Deutschland, Spanien und Polen hergestellt und zusammengebaut. Die Beratung und Verwaltung erfolgt durch Claudia Schmidt.

Das Lichtkontor ist nicht das einzige Gräfelfinger Unternehmen, das auf Licht zur Bekämpfung des Coronavirus setzt.

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