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Mit spezieller Markierungsfarbe wird de r Schriftzug aufgebracht, hier von Bürgermeisterin Uta Wüst und BVGL-Gemeinderat Günter Roll. 

Nach tödlichem Unfall auf Fahrrad-Angebotsstreifen

Aufklärung per Schriftzug

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Ein Schriftzug auf dem Boden ist kein offizielles Verkehrsschild, aber er soll in Gräfelfing nach einem tödlichen Radunfall Aufmerksamkeit erregen.

Gräfelfing– Die Mitarbeiter des Gräfelfinger Bauhofs haben am Donnerstag damit begonnen, mit Schablone und weißer Farbe die Fahrradangebotsstreifen in der Bahnhofstraße West zu beschriften. Je viermal sollen die Radfahrer, die den Angebotsstreifen nutzen, künftig auf beiden Seiten der Straße daran erinnert werden, langsam zu fahren. Jeweils an „hochfrequentierten Plätzen“, wie Bürgermeisterin Uta Wüst sagt. Der aufgemalte Pfeil gibt dabei die Richtung vor. Beim ersten Schriftzug auf der Südseite der Straße beim Rondell nahmen Wüst und BVGL-Gemeinderat Günter Roll selbst die Farbrolle in die Hand. 300 Meter weiter östlich war es Anfang Juli zu einem Fahrradunfall mit tödlichen Folgen gekommen. Ein 84-Jähriger stieß mit einem neunjährigen Buben zusammen. Beide waren auf dem Angebotsstreifen unterwegs. Der Mann erlag drei Tage später seinen Kopfverletzungen.

Wer schneller radelt, muss auf der Fahrbahn fahren

2005 war die Bahnhofstraße West aufwendig saniert worden. Seitdem sorgen die Angebotsstreifen für Spannungen. Verkehrsrechtlich bilden sie gemeinsam mit dem Gehweg ein und dieselbe Fläche. Optisch sind sie durch gelbe Pflasterung deutlich abgesetzt. Radfahrer dürfen sie in Schrittgeschwindigkeit benutzen, müssen aber nicht. Wer schneller radelt, muss auf der Fahrbahn fahren. Die Höchstgrenze der Schrittgeschwindigkeit definieren Gerichte unterschiedlich, meist zwischen sieben und elf, maximal 15 km/h.

Fahren in falsche Richtung ein Risikofaktor 

Wüst bezeichnet die Bahnhofstraße West als „Konfliktbereich“. Sie soll einen der Schwerpunkte des in Arbeit befindlichen Gesamtverkehrskonzeptes bilden. Bis das vorliegt, bleiben die Angebotsstreifen erst einmal, auch wenn sie zu Missverständnissen führen. Neben dem zu hohen Tempo stellt das Fahren in falscher Richtung einen Risikofaktor dar. Die Streifen dürfen nur in Fahrtrichtung, also rechtsseitig benutzt werden. „Radlern müsste klar sein, dass sie sich mehr als andere gefährden, wenn sie auf der falschen Seite fahren“, sagt Roll. Im Rahmen der Malaktion verteilte er Handzettel, die auf die Regelungen für Radfahrer hinweisen, erstellt von der Gemeindeverwaltung als Reaktion auf den Unfall. Wüst: „Man muss immer wieder neu aufklären.“  

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