Großbrand in Oberau: Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

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Haushaltsvolumen in Gräfelfing schwillt auf 110 Millionen Euro an

Neuer Rekord bei Gewerbesteuer

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Wenn es der Konjunktur so gut geht wie zurzeit, gilt das für die Gräfelfinger Gemeindefinanzen erst recht. Entsprechend entspannt gestaltet sich die Finanzplanung für 2018 und die Folgejahre – samt neuer Rekorde.

Gräfelfing– Der Puls, an dem sich das Wohlergehen des Patienten Gemeindehaushalt misst, ist in Gräfelfing die Gewerbesteuer – mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. 2018 macht sie beispielsweise mit erwarteten 52 Millionen Euro 66 Prozent der Einnahmen im Verwaltungshaushalt aus. Und das ist ein konservativer, vorsichtiger Ansatz. Denn aktuell liegt die Erwartung für 2017 bei 60,1 Millionen Euro (geplant waren 46 Millionen). Das ist ein Rekord; bisher höchster Wert waren die 54 Millionen Euro, die 2015 eingingen. Kämmerin Tanja Lindner drückt das so aus: „Das Haushaltsjahr verlief aufgrund weiterhin hoher Gewerbesteuereinnahmen sehr positiv.“

Das bedeutete beispielsweise, dass auf die in 2017 vorgesehene Rücklagenentnahme in Höhe von 23,3 Millionen Euro ganz verzichtet werden konnte. Mit der Folge, dass der Gemeinde zum Jahreswechsel ein Finanzpolster von 50,5 Millionen Euro zur Verfügung steht.

Auch die Einnahmebeteiligung aus der Einkommensteuer verläuft auf gewohnt hohem Niveau. Im Haushalt 2018 rechnet Lindner mit 11,9 Millionen Euro.

Hohe Einnahmen bedeuten hohe Ausgaben, vor allem bei der Kreisumlage. Der neue Haushalt sieht unverändert 30 Millionen Euro dafür vor, und zwar unter Erwartung einer Anhebung des Hebesatzes von heute 44,9 auf 48,8 v.H. Wie hoch er letztlich ausfallen wird, steht noch nicht fest.

Neu ist die Herangehensweise an die Haushaltsberatungen in diesem Jahr. Erstmals legte die Verwaltung für die Sitzung des Finanzausschusses bereits einen abgeglichenen Entwurf vor, das heißt ohne Deckungslücke. Bisher sahen sich die Gemeinderäte im Finanzausschuss einer Differenz zwischen Wünschen und Wirklichkeit gegenüber, die zig Millionen betragen konnte. Welche Projekte gestrichen oder gestreckt wurden, um den Haushalt auszugleichen, musste erst diskutiert werden.

Kämmerin Lindner ist der Ansicht, dass die neue Vorgehensweise nach kurzem Zögern recht gut ankam. Schließlich hatte sie den Gemeinderäten im Gegenzug weit mehr Zahlen zum Hintergrund des Haushalts als bisher in Form sauberer Tabellen vorgelegt. Und nicht nur im Finanzausschuss hinter verschlossenen Türen, sondern auch bei der Vorberatung im Hauptausschuss am Dienstag zeigte sich, dass Änderungen immer noch möglich waren. So setzte Frauke Schwaiblmair (Grüne/Unabhängige) durch, dass für 2019 und 2020 je eine Million Euro für die Bürgerhaus-Sanierung eingestellt wurden.

Der guten Einnahmenseite stehen in Gräfelfing auch 2018 und in den Folgejahren gewaltige Ausgaben gegenüber. Je nach gewähltem Modell könnte die Erneuerung des Gunst-Hauses in der Größenordnung von 30 Millionen Euro liegen. Über 17 Millionen Euro dürfte die geplante Turn- und Schwimmhalle in Lochham kosten. Und die bisher 5,5 Millionen Euro, die für die Geothermie angesetzt sind, können nur ein Anfang sein. Allein fünf Millionen Euro sind 2018 für den Straßenbau vorgesehen. Und die Personalkosten haben sich dank Kinderbetreuung mittlerweile auf knapp 10 Millionen Euro hochgeschraubt.

Rubriklistenbild: © dpa

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