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Jahnplatz mit Ost-Bebauung im Entwurf: ganz rechts geht es in die Unterführung, mittig oben die neu gestaltete Ostflanke entlang des Bahndamms, links oben der erwartete Neubau auf dem Postgrundstück.

Neubauten am Bahndamm

Gräfelfing nimmt Ostseite des Jahnplatzes ins Visier

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Und abermals ein Entwurf zum Lochhamer Jahnplatz, diesmal mit dem Schwerpunkt auf der Ostseite. Nachdem die Gemeinde im Fall des Bauherren auf dem brach liegenden Postgrundstück auf Granit beißt und keinerlei Bewegung erkennbar ist, hat sie sich auf CSU-Antrag auf eine alte Idee aus Bürgermeister Göbels Zeit rückbesonnen: die bauliche Gestaltung der Flanke vis-à-vis, entlang des Bahndamms.

Gräfelfing– Diese war auch schon im Architektenwettbewerb von sämtlichen Teilnehmern äußerst einfallsreich bespielt worden, darunter das Architekturbüro Molenaar. Unabhängig vom damaligen Entwurf präsentierten die Juniorpartner des Gräfelfinger Büros, Matthias Fink und Tina Orendi, im Bauausschuss am Donnerstag Pläne einer möglichen Bebauung.

Bürgermeisterin Uta Wüst sagte, auch wenn die Straße schmaler werde und nach Westen abrücke, bleibe das Grundstück, das inzwischen im Besitz der Gemeinde liegt, „ein langer Schlauch“, und die Nutzung habe ihre Tücken.

Die Architekten sahen das naturgemäß positiver. Matthias Fink lobte die „schöne zentrale Lage“, das Identitätsstiftende. Die Bebauung des 1660 m2 großen Grundstücks würde den Platz fassen und ihm eine Raumkante geben. Erwünschter Nebeneffekt: Neue 3300 m2 Geschossfläche auf drei Ebenen, mitten in Lochham. Und eine nicht nur visuelle, sondern auch akustische Abschottung zur Bahn.

Im Erdgeschoss würden die Architekten kleinere örtliche Läden samt Getränkemarkt ansiedeln, darüber Gewerbe (Büros, Praxen) und im Dachgeschoss Wohnungen auf gut 500 m2 Fläche. Eine Tiefgarage mit 36 Stellplätzen würde den Komplex vervollständigen.

Die beiden recht massig wirkenden Baukörper – vor allem jener im Norden – mochten einen Laien etwas befremden. Doch Bürgermeisterin Uta Wüst machte klar, dass sie im Bereich eines S-Bahnhofs auch dichte Bebauung für vertretbar halte. Die beratenden Architekten des Ausschusses gaben ihr Recht. Bertold Ziersch fand den Entwurf „sehr schön“; der Platz vertrage diese Massivität absolut. Sein Kollege Reinhard Moosmang fand es „positiv“, die Ostseite zu bebauen; schließlich hatte er stets unmissverständlich kritisiert, dass die Gemeinde dieses Element des Wettbewerbs jahrelang ignorierte. Er hätte den Schwerpunkt der Bebauung jedoch mehr Richtung Süden, zum eigentlichen Platz hin gerückt.

Antragsteller Walter Frank (CSU) bestätigte, er finde in dem Entwurf viel aus seinem Antrag wieder und regte lediglich an, die für Wohnungen vorgesehene Fläche zu verdoppeln. Florian Ernstberger (BVGL) zeigte sich insgesamt „sehr angetan“ von den Plänen. „Das bringt Schwung in die Sache“, sagte er. Und regte an, nun „rasch weiter zu machen“. Im Idealfall, so Ernstberger mit einem Schmunzeln, könnte das „Druck auf die andere Seite“ ausüben.

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