Eine Visualisierung der geplanten neuen Sporthalle in Gräfelfing.
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So soll die neue Sport- und Schwimmhalle an der Adalbert-Stifter-Straße nach Darstellung der Architekten vom Büro Dietrich/Untertrifaller einmal aussehen.

Bürgerentscheid

Gräfelfing sagt Ja zur Sporthalle

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Die Gräfelfinger wollen die neue Schwimm- und Sporthalle, und sie wollen sie an dem geplanten Standort – mit großer Mehrheit. Beim Bürgerentscheid am Sonntag stimmten 75,1 Prozent der 6236 Teilnehmer für die Fortführung des Großprojektes, 24,9 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei hohen 59 Prozent.

Gräfelfing – Der Bürgerentscheid hat für Klarheit gesorgt. Drei Viertel der Gräfelfinger, die an der Abstimmung teilnahmen, stellten sich hinter das Projekt, das der Gemeinderat seit Jahren diskutiert und geplant hat. Vorausgegangen war ein Wahlkampf, der gerade auch im Internet mit einiger Schärfe ausgetragen wurde. Befürworter und Gegner zeigten sich nach der Auszählung am Sonntagabend optimistisch und gewillt, nun konstruktiv gemeinsam weiterzuarbeiten.

Bürgermeister Peter Köstler sagte im Merkur-Gespräch: „Dies ist ein schöner Abend, mit einem so deutlichen Ergebnis, wie ich es mir gewünscht hatte.“ Das Votum der Gräfelfinger bestätige die Arbeit des aktuellen und vorherigen Gemeinderates, „und auch ich sehe mich damit bestätigt“, so Köstler, der den Blick nach vorne richtete. Der Bürgerentscheid, den der Gemeinderat als Ratsbegehren initiiert hate, weil ein beantragtes Bürgerbegehren Rechtsmängel aufwies, habe das Vorhaben „eingebremst“. Sobald der Gemeinderat am Dienstag das Ergebnis festgestellt hat, soll der bereits vorliegende Beschluss, die nächste Planungsstufe zu beauftragen, umgesetzt werden. Parallel werde die Gemeinde das Baurechtsverfahren „mit Hochdruck“ weiterverfolgen.

Weil im Natur- und Artenschutz bestimmte Fristen einzuhalten sind, wird der Baugrund wohl im ersten Quartal 2021 gerodet. Der eigentliche Baubeginn werde wohl in der zweiten Jahreshälfte 2021 erfolgen, sagte der Bürgermeister. Die geplante Fertigstellung im Jahr 2023 sei bei zügiger Vorgehensweise zu schaffen.

Für den Gemeinderat hofft Köstler angesichts des eindeutigen Ergebnisses, „dass wir mit großer Mehrheit an einem Strang ziehen“. Das sagte Raymund Messmer, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens von der Bürgerinitiative „Rettet den Schulwald“, zu. „Uns als Grüne in Gräfelfing ist es wichtig, jetzt keine Feindschaften zu pflegen. Nachdem man eine Sachfrage unterschiedlich beurteilt hat, kann man bei der nächsten auch wieder einer Meinung sein.“ Das politische Leben solle in „normale Bahnen zurückkehren“, sagte der Sprecher des Grünen-Ortsverbands.

Er sah das eindeutige Ergebnis und die hohe Wahlbeteiligung als positiv an. Raymund Messmer: „Dieses Projekt ist von den Bürgern gewollt, und es ist für sie gedacht.“ Für den Klima- und Artenschutz sei das Ergebnis hingegen „schade“.

TSV-Präsident und Ex-Bürgermeister Christoph Göbel, zu dessen Amtszeit das Vorhaben bereits diskutiert und untersucht wurde, sagte auf Merkur-Anfrage: „Ich freue mich unglaublich über dieses Ergebnis; ich hatte es erwartet.“ Es zeige, dass es noch möglich sei, große Mehrheiten für ein notwendiges, sinnvolles Infrastrukturprojekt zu gewinnen. Das Projekt sei „ein Segen für die Schulen, den Sport“ und alle Generationen am Ort. Namentlich die TSV-Mitglieder könnten nun Sportarten wie Handball in Gräfelfing ausüben, ohne nach Planegg ausweichen zu müssen. Außerdem werde das wichtige Angebot, Kindern das Schwimmen beizubringen, in Gräfelfing fortgeführt. Die Leichtathleten würden nun ganzjährig über gute Trainingsmöglichkeiten verfügen – auch bei ihrer Zusammenarbeit mit den Schulen.

Die Entscheidung für diesen Standort habe die Gemeinde sich nicht leicht gemacht. Es sei viel überlegt, geprüft und umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen beschlossen worden. Göbel: „Man kann diesen Standort besten Gewissens begrüßen. Ich glaube, der Eingriff ist vertretbar, und die Infrastruktur, die dort entsteht, ist toll. Wir als TSV freuen uns wirklich über alle Abteilungen hinweg.“

Auszählung mit Maske und Abstand: Wie hier in der Volksschule Lochham waren zahlreiche Wahlbriefe zu öffnen und auszuwerten. Nach gut zwei Stunden stand das vorläufige Endergebnis mit 75,1 Prozent Ja-Stimmen fest.

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