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Als Fairtrade-Schule darf sich das Gräfe lfinger Kurt-Huber-Gymnasium seit 2017 bezeichnen. Ludwig Schindera und Jacob Töpfner vom P-Seminar „Fairtrade“ kamen mit ihrer Lehrkraft Thomas Langhof zum Treffen der Steuergruppen. Im Sitzungssaal des Rathauses präsentieren sie fair gehandelte Produkte.

Schüler gehen mit gutem Beispiel voran

Gräfelfing will Fairtrade-Gemeinde bleiben

Die Gemeinde Gräfelfing will Fairtrade-Gemeinde bleiben. Deshalb setzten sich jetzt die Steuerungsgruppen an einen Tisch. 

Gräfelfing– Seit 2013 darf sich Gräfelfing als Fairtrade-Gemeinde bezeichnen. Die Zertifizierung wurde 2015 auf vier Jahre verlängert, sodass in diesem Jahr die Titelerneuerung durch den Verein TransFair Deutschland ansteht. Damit das auch gelingt, hat sich die zuständige Steuerungsgruppe jetzt zu einem ersten Meeting getroffen.

„Wir müssen die Fairtrade-Aktivitäten von nun an wieder verstärkt in den Fokus stellen“, eröffnete der Zweite Bürgermeister Peter Köstler das Treffen. Ein Kriterium für eine Gemeinde, dieses Fairtrade-Label zu erhalten, ist unter anderem, dass die Gemeinde selbst Fairtrade-Produkte anbietet. Das macht Gräfelfing seit 2014 mit seiner Fairtrade-Schokolade. „Davon wird es im Frühling eine Neuauflage geben“, berichtete Birgit Doll, Verantwortliche der Steuerungsgruppe und Pressesprecherin der Gemeinde. Die Schokolade könne dann auch wieder im Reformhaus in der Gräfelfinger Bahnhofstraße und beim Biomarkt Landmann’s käuflich erworben werden.

Fair gehandelte Schokolade hat auch das Kurt-Huber-Gymnasium eingeführt. Denn neben der Gemeinde, Beteiligung vieler Geschäfte und Vereine und einer breiten Medienberichterstattung, sind vor allem Unterstützungsaktionen an den ortsansässigen Schulen wichtige Säulen für eine Fairtrade-Gemeinde. „Ab diesem Jahr haben wir neben dem Kurt-Huber-Gymnasium, der Mittelschule und der Volksschule Lochham, auch die Grundschule Gräfelfing mit an Bord“, zeigte sich Birgit Doll erfreut. Insbesondere das KHG bringe sich seit Jahren äußerst erfolgreich in Sachen Fairtrade ein und ist seit 2017 auch stolze Fairtrade-Schule. Die Organisation und das Publikmachen aller Fairtrade-Aktionen übernehmen dabei traditionell die Schüler des Oberstufen-Seminares „Fairer Handel“. So werden in der Weihnachtszeit fair gehandelte Nikoläuse an die Schulgemeinschaft verteilt, ein Fair-Café auf dem Weihnachtsmarkt veranstaltet oder Schul-T-Shirts aus fair gehandelter Baumwolle zum Kauf angeboten.

Als großen Erfolg ihrer Arbeit bewerteten die vier anwesenden KHG-Schüler die Umstellung der Schulkioskware auf fair gehandelte Produkte. Wobei einige Aktionen, wie etwa „Die Faire Woche“ mit Plakatwettbewerb und Verkostungsaktionen, notwendig waren, um die Idee, die dahinterstecke, den Schülern näher zu bringen. „Wir haben viel Überzeugungsarbeit geleistet. Trotzdem ist die Akzeptanz der neuen Kioskware nach wie vor schwierig“, räumte KHG-Schüler Fabian Mengedoht ein. Vielen Schülern sei etwa die Schokolade zu teuer im Vergleich zu den herkömmlichen Schokoriegeln.

Gleichwohl benötigt die Steuerungsgruppe für eine Zertifizierung genau dieses Engagement. Birgit Doll: „Wir rufen deshalb alle Lebensmittel-Einzelhändler, Gastronomen, Vereine, Kirchengemeinden und Bürger auf, sich zu beteiligen.“ Wer in Gräfelfing fair gehandelte Ware anbiete oder das Thema Fairtrade in seine Projekte einbinde, sei herzlich willkommen mitzumachen. Je mehr auf der Liste, umso größer ist die Chance, den Titel zu behalten, weiß Doll.

Schon einmal eine gute Idee hatte Erich Bartel, ein Mitglied der Steuerungsgruppe. Der Jugend-Fußballtrainer vom TSV-Gräfelfing brachte einen Fairtrade-Fußball als Anschauungsobjekt mit. Die TSV-Fußballer würden zwar noch nicht damit kicken, aber die D-Jugend habe ihn unlängst getestet und für gut befunden, so Bartel. Das Umstellen auf Fußbälle aus fairem Handel – und damit auf ein Produkt aus einem Entwicklungsland, bei dem auf eine gerechte Verteilung der Erlöse geachtet wird – könnte somit eine weitere gute Sache für Gräfelfing als Fairtrade-Gemeinde sein.

 CAROLIN HÖGEL

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