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Extra ausgeschildert: In der Maria-Eich-Straße in Pasing werden die Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen, das Radfahrer die Wahl zwischen Radweg und Fahrbahn haben.

Fahrradfreundliche Kommunen

Gräfelfing wird Pilotgemeinde

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Im September rücken Studenten der Technischen Hochschule Nürnberg an, um sich die Verkehrssituation in der Rottenbucher und Lochhamer Straße in Gräfelfinger anzuschauen. Ihr Augenmerk liegt auf den Radwegen, die in beiden Straßen nicht benutzungspflichtig sind. Gräfelfing wird Pilotgemeinde.

Gräfelfing– „Oft besteht eine unklare Situation, auch für Radler“, sagt Sabrina Schröpfer, Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte im Rathaus. Fahrradfahrer wissen nicht, ob sie die Fahrbahn nutzen dürfen. Autofahrer weisen sie hupend oder mit Zurufen auf den Radweg, was die Verunsicherung noch vergrößert.

Die Nürnberger Hochschule stellt nun in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr eine Pilotuntersuchung an, an deren Ende die Aufnahme eines neuen Verkehrszeichens in die Straßenverkehrsordnung stehen könnte: „Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt“. In der Maria-Eich-Straße in Pasing ist dieses Schild bereits zu finden, in Gräfelfing ist es zumindest bestellt. Unabhängig von der Teilnahme an der Untersuchung soll das Schild in den nächsten Wochen in der Bahnhofstraße aufgestellt werden, wo es laut Schröpfer seit Jahren Probleme gibt, weil nicht alle Verkerhsteilnehmer wissen, dass die farbig markierten Radstreifen auf dem Bürgersteig ein Angebot sind, keine Verpflichtung.

Gräfelfing hat sich um die Teilnahme an dem Projekt beworben, „und die Zusage bekommen“, wie der 2. Bürgermeister Peter Köstler am Dienstag im Ferienausschuss informierte. Die Gemeinde ist seit 2015 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK), zu der über 60 Landkreise, Städte und Gemeinden gehören, darunter auch Planegg.

Den Status einer fahrradfreundlichen Kommune hat Gräfelfing noch nicht erreicht. „Das versuchen wir nächstes Jahr“, erklärt Schröpfer. Grundsätzlich lägen zwischen Eintritt in die Arbeitsgemeinschaft und Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune vier Jahre. Gräfelfing engagiert sich seit einigen Jahren verstärkt für die Belange der Radfahrer und bemüht sich, die diesbezügliche Infrastruktur zu verbessern. Man sei, so Schröpfer, etwa dabei, eine Fahrradabstellplatzsatzung zu erarbeiten. Dann müssten bei Neubauprojekten künftig auch Radstellplätze nachgewiesen werden.

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