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Die Gräfelfinger Bürgerversammlung war nur mäßig besucht; große kontroverse Themen gibt es derzeit offenbar nicht. 

Bürgerversammlung in Gräfelfing

Leistungsschau mit Lücken

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Mangels großer kontroverser Themen wurde die mäßig besuchte Gräfelfinger Bürgerversammlung am Donnerstag zur Leistungsschau der Gemeinde. Bürgermeisterin Uta Wüst und ihre Mitarbeiter wechselten sich im Projekte-Präsentieren ab. An welchen Stellen wenig vorangeht, wurde trotzdem klar.

Gräfelfing – „Gräfelfing ist top, in vielen Bereichen stehen wir ganz vorne“, rühmte Uta Wüst. Dank guter Konjunktur seien die Gewerbesteuer-Einnahmen seit 2014 um 45 Prozent gestiegen. Wüst: „Unsere Rücklagen sind gut gefüllt.“

Das müssten sie auch sein, weil Gräfelfing gleich mehrere Großprojekte vorhabe. Allein die geplante Dreifachturnhalle mit Schwimmbad am Lochhamer Schulcampus werde „15 bis 17 Millionen Euro“ kosten. Auch die Sanierung des Seniorenheims Rudolf- und Maria-Gunst-Haus wird Millionen verschlingen. Und der Einstieg der Gemeinde in die Geothermie wird, sobald die Bohrungen beginnen, ebenfalls eine finanzielle Belastung größeren Ausmaßes. An diesem Thema hätten 70 Prozent von 400 angeschriebenen Immobilieneigentümern Interesse angemeldet, berichtete Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter.

Den Bereich der Heitmeiersiedlung sieht die Gemeinde als Erweiterungsfläche für zusätzlichen Wohnraum an. Hier sei eine „Strukturplanung“ in Arbeit, um beispielsweise ein Einheimischenmodell umzusetzen, so Wüst.

Am Jahnplatz, der seit Jahren einer Sanierung harrt, habe man das Sparkassengebäude erworben. Um Druck auf den Eigentümer des brachliegenden Postgrundstücks auszuüben, überlegt die Gemeinde laut Wüst nun das neue städtebauliche Instrument des „urbanen Gebietes“ einzusetzen, das auch ein „Baugebot“ vorsehe.

Die Verzögerung beim Neurieder Weg, der ebenfalls längst hätte ausgebaut sein sollen, begründete Uta Wüst mit schwierigen Grundstücksverhandlungen.

Zum Lärmschutz an der Autobahn verwies sie auf eine laufende Untersuchung zum Sinn von Parabolwänden als günstiger Alternative. Aus den Reihen der Bürgerschaft fand Reinhard Fritz hier deutliche Worte. „Wir als Betroffene sind denkbar entsetzt, dass es hier immer noch nichts gibt, und warten, dass endlich etwas passiert.“ Die versprochene feste Blitzer-Anlage sei ebenso wenig verwirklicht wie der Schallschutz. Und auf eine Mail vom Juni habe ihm die Bürgermeisterin nicht geantwortet. Wüst erwiderte, Messungen hätten ergeben, dass die Tempo-Überschreitungen „gar nicht so groß“ seien. Die Pläne zur Radaranlage seien „nicht gestorben“, doch gebe es noch keine Einigung mit der Autobahndirektion über den Standort. Und auf teuren Lärmschutz, wie er derzeit bei Germering entsteht, habe Gräfelfing keinen Anspruch.

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