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Schleichverkehr wie hier in der engen Würmstraße belastet mehrere Straßenzüge in Nord-Süd-Richtung, weil die Autofahrer den täglichen Stau auf der Pasinger Straße meiden. Dem will der Gemeinderat nun mit einer Doppelstrategie begegnen.

Klausurtagung des Gräfelfinger Gemeinderates zum Thema Verkehr

Doppelstrategie gegen Durchgangsverkehr

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Bei der Klausurtagung des Gräfelfinger Gemeinderates am Samstag zum Thema Verkehr hat eine große Mehrheit sich für eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs in Wohngebieten ausgesprochen – auch mit Hilfe einer Entlastungsstraße.

Gräfelfing– „Schwerstarbeit“ hätten die 18 (von 24) anwesenden Gemeinderäte geleistet und in einem „zähen Ringen“ konstruktiv und sachorientiert diskutiert: Diese heroische Darstellung des Ablaufs, die ein Pressebericht des Rathauses am Montag verbreitete, teilt nicht jeder der Anwesenden. Trotzdem: Zumindest in einem wichtigen Punkt herrscht nun mehr Klarheit als vorher.

„Handlungsfelder und Ziele für ein Gesamtverkehrskonzept“ mit dem Zeithorizont 2030 sollten bei dem Treffen formuliert werden, weniger konkrete Maßnahmen. Am Ende des Tages standen zwei abgestimmte Formulierungen, die vier Themenfelder umfassten. Andere Bereiche, wie der Lärmschutz, wurden aus Zeitmangel nicht besprochen.

Bei zwei Gegenstimmen (SPD) beschlossen 16 Gemeinderäte die Formulierung: „Der Durchgangsverkehr in Gräfelfing ist 2030 nachhaltig reduziert, baulich verlangsamt und zum Schutz von Wohngebieten bewusst geführt. Zwei Maßnahmen werden hierfür vorgeschlagen: Verkehrsberuhigungskonzept und Entlastungsstraße.“ Damit festigte nicht nur die IGG ihre bereits angedeutete Wende hin zu einer Entlastungsstraße, sondern sogar die Grünen stimmten der Formulierung zu, wenngleich Gemeinderätin Katharina Weber damit noch kein Votum für eine neue Straße verbunden wissen wollte.

Damit setzt sich im Gemeinderat die Einsicht durch, dass ein Großteil der Verkehrsprobleme mittelfristig mit einer Doppelstrategie zu lösen ist: einerseits die Wohnstraßen für den Durchgangsverkehr unattraktiv machen, andererseits ihm eine Alternative außerorts anbieten.

Den zweiten Beschluss konnten alle mittragen, handelte es sich nach Auffassung eines Teilnehmers doch um ein „Wohlfühlthema“, selbst das nur vage formuliert: „Die Gemeinde verfügt bis 2030 über ein attraktives, modulares Mobilitätsangebot. Der Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln ist einfach und komfortabel. Dadurch hat sich der motorisierte Binnen-, Quell- und Zielverkehr deutlich reduziert.“

Auf Merkur-Anfrage bemängelte Jörg Scholler (FDP), Antragsteller für ein Gesamtverkehrskonzept, dass man davon noch weit entfernt sei. Außerdem befürchtete er, dass sich der Gemeinderat eher auf den Bau der Entlastungsstraße als auf Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Wohngebieten konzentrieren werde. Peter Köstler (CSU) kritisierte, dass der Lärmschutz nicht behandelt worden sei, begrüßte jedoch die Erkenntnis, dass ohne Entlastungsstraße auch die Wohngebiete nicht zu entlasten seien. Einigkeit bestand darin, dass die zwei Beschlüsse nur der erste Schritt auf einem langen Weg seien.

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