Schulcampus Lochham

Gemeinderat beschließt Bau von neuer Turn- und Schwimmhalle

Gräfelfing – Der Gräfelfinger Gemeinderat befürwortet das 15,5-Millionen-Projekt bei fünf Gegenstimmen. Weitere Kosten sind nicht auszuschließen.

Der Campus Lochham wird eine Dreifeldturnhalle und ein 25-Meter-Schwimmbecken mit sechs Bahnen bekommen. Das hat der Gräfelfinger Gemeinderat am Dienstag beschlossen. Allerdings soll die Halle, die nördlich der Adalbert-Stifter-Straße entsteht, keine Bühne oder Tribüne erhalten. Dafür soll es neben dem eigentlichen Schwimmbecken ein separates Übungsbecken geben. Die Verwaltung müsse nun die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten ausloten, so Bürgermeisterin Uta Wüst.

Architekt Clemens Pollok hatte zuvor die verschiedenen Flächen- und Kosten-Varianten dieses Bauprojektes aufgezeigt. Die Kosten der teuersten Version, ein Hallenbad mit acht Bahnen, Übungsbecken und einer Dreifeldhalle mit Bühne und Tribüne, würden sich, so Pollok, auf 18,1 Millionen Euro belaufen. Dabei käme das große Becken auf eine Brutto-Gesamtfläche von 2300 Quadratmetern und die Halle mit Funktionsräumen auf 2400 Quadratmeter. Die im Beschluss enthaltene Variante entspricht dagegen der günstigsten mit einem Sechsbahnen-Becken und einer Dreifeldturnhalle zu 14,7 Millionen Euro. Hinzu kommt das Übungsbecken mit einem Preis in Höhe von 780 000 Euro, sodass das beschlossene Projekt laut Architekt Pollok rund 15,5 Millionen Euro kostet.

Die Ausgestaltung der Sporthalle und die Bahnenanzahl des Schwimmbeckens warfen jedoch bei einigen Ratsmitgliedern noch einmal Fragen und Zweifel auf. So sah Franz Lang (SPD) die Beschlussempfehlung des Bauausschusses noch nicht als entscheidungsreif an. Mit der notwendigen Energiezentrale und dem Bau von Zufahrt und Parkplätzen, die noch nicht in den Kosten beinhaltet seien, komme man schnell auf zwei Millionen Euro mehr, mahnte Lang. Außerdem fehle ihm eine Prioritätenliste aller Großbauprojekte der Gemeinde.

Bürgermeisterin Wüst verstand den Einwand, entgegnete aber: „Um dieses Projekt Campus kommen wir einfach nicht herum. Der Bedarf ist da.“ Bei anderen Vorhaben, wie etwa der Sanierung des Rudolf- und Maria-Gunst-Hauses oder der Erweiterung des Bürgerhauses, müsse man einfach schauen, was umgesetzt werden könne.

Jörg Scholler (FDP) befürchtet ein riesiges Verlustgeschäft, sollte das Projekt so durchgezogen werden. „Die Folgekosten sind doch noch völlig ungeklärt.“ Sein Einwand, dass man eventuell doch die alte Halle renovieren könnte, statt abzureißen und eine neue zu bauen, stieß dann auf deutliche Worte von Clemens Pollok. „Diese Sportstätte ist am Ende ihrer Tage“, so Pollok. Sie sei ruinös, und nur noch durch Ausbesserungen könnten momentan Verletzungen beim Benutzen vermieden werden. Die Anlage sei somit auf Dauer nicht tragbar für den Schulsport. Eine Renovierung käme einem Neubau mit 80 Prozent der Neubaukosten gleich. „Wir hätten dann aber wieder nur eine Einfachturnhalle“, erklärte der Architekt.

Die IGG-Fraktionsvorsitzende Petra Schaber machte der Diskussion schließlich ein Ende: „Ich komme mir vor wie in einem Kasperltheater.“ Das hier sei kein Wunschkonzert, sondern eine Notwendigkeit.

Der Beschluss für den Neubau fiel gegen fünf Stimmen. Nun muss die Verwaltung Vergabebedingungen, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten prüfen.

Carolin Högel

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