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Das Gräfelfinger Rathaus hat zwar eine beeindruckende Formensprache, doch die Energiebilanz des Gebäudes von 1968 ist desaströs und soll nun nachgebessert werden.  

Rathaus Gräfelfing

Energetische Sanierung für 1,5 Millionen Euro

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Gräfelfing– Das Gräfelfinger Rathaus, erbaut 1968, ist ein Kind seiner Zeit. Das äußert sich nicht nur in einer hochgelobten stilistischen Klarheit mit viel Sichtbeton, sondern auch in einer desaströsen Energiebilanz. Dieses Manko will die Gemeinde jetzt beheben, ohne die markante Optik des Rathauses zu verwässern.

Der Gräfelfinger Ingenieur Markus Staller und sein Team hatten bereits von einem Jahr die drängendste Schwachstelle des Rathauses untersucht: die knapp 300 Fenster, die zwar hochwertige Holzrahmen aufweisen, jedoch thermisch unzulängliche Verglasung. Eine Neuverglasung der bestehenden Rahmen würde demnach 410 000 Euro kosten – samt notwendiger Reparaturen; gänzlich neue Fensterrahmen aus Eichenholz samt Sonnenschutz würden mit 1,1 Mio. Euro zu Buche schlagen.

Nun präsentierte Markus Staller im Bauausschuss zusätzliche Untersuchungsergebnisse über eine mögliche Dämmung von Flachdach, Kellerdecke und Dachüberständen (Unterseite) sowie zur Installation einer Photovoltaikanlage.

Von einer Dämmung der Kellerdecke riet der Fachmann rundweg ab. Ein kleiner Teil der Kellerdecke ist bereits gedämmt, die Temperaturunterschiede sind unkritisch und die Decke an sich derart mit Leitungen, Rohren und Anlagen zugepflastert, dass eine saubere Dämmung überhaupt nicht aufzubringen wäre.

Anders sieht es auf dem Dach aus. Das Flachdach ist undicht und muss auf jeden Fall saniert werden. Anschließend ließe es sich sinnvoll mit 20 Zentimeter dickem Dämmstoff isolieren. Dies würde den Energiebedarf um rund 20 Prozent senken – eine Kostenersparnis von 7700 Euro pro Jahr. Die Dämmung des Dachs würde 910 000 Euro kosten, einschließlich einer Unterseitendämmung der Dachüberstände gut 1 Million Euro.

Eine Photovoltaikanlage auf etwa der halben Dachfläche hielte Markus Staller für sinnvoll. Für 30 000 Euro würde man eine Anlage bekommen, die 10 kWp Spitzenleistung produziert. Das käme einer jährlichen Stromersparnis im Wert von 3000 Euro gleich.

Die Gemeinderäte beschlossen einstimmig, ein Maßnahmenpaket zur Ausschreibung vorzubereiten, das auch Markus Stallers Empfehlung entsprach: Die Neuverglasung und Reparatur der bestehenden Holzfenster, die Sanierung und Isolierung des Dachs einschließlich der Überstände sowie eine neue Photovoltaikanlage.

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