Verhandlungen über zukünftige Partnerschaft laufen

Gräfelfings Geothermie-Pläne in der heißen Phase

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Das Vorhaben der Gemeinde Gräfelfing, mit einem externen Fachpartner in die Geothermie einzusteigen, ist hinter den Kulissen in eine heiße Phase eingetreten.

Gräfelfing – Die Partnersuche der Gemeinde Gräfelfing ist offenbar weit gediehen, und die Ausgestaltung der Verträge läuft. Dabei gilt es durchaus auch, Hürden zu überwinden.

Etwas Kopfzerbrechen bereitet die Wirtschaftlichkeit des Unterfangens, heißes Wasser aus der Tiefe zu fördern und in einem Fernwärmenetz an Firmen, öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte zu verkaufen. Der Verkaufspreis war leicht unterhalb jenes einer Heizung mit Gas oder Öl angepeilt. Doch seit 2014, als ein erstes Zahlenkonstrukt entstand, ist der Preis für Öl von 80 auf rund 65 Euro pro 100 Liter gesunken. Elisabeth Breiter, Geschäftsführerin der Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH, sagt: „Die Wirtschaftlichkeit ist damit nicht mehr leicht darstellbar.“ Denn die Kosten für Bohrung, Verlegung des Netzes und Betrieb sind gleich geblieben oder gestiegen. Bürgermeisterin Uta Wüst ist optimistischer und verweist auf den jüngst wieder anziehenden Ölpreis: „Wir rechnen damit, künftig wieder bessere Karten zu haben“, sagte sie auf Anfrage.

Zeitlich geht Breiter von einer Einigung mit dem Partner noch in diesem Jahr aus. Dann könnte ein neues, gemeinsames Unternehmen gegründet sein und die eigentliche Arbeit 2020 beginnen.

Die Standorte für die Bohrung und Förderung des Heißwassers einerseits und die Wiedereinbringung des kühleren Wassers andererseits stehen noch nicht abschließend fest. Als einer der sogenannten Verbringungsstandorte ist eine Fläche in der Nähe der Heitmeiersiedlung beim Spielplatz auf dem Feld im Osten im Gespräch. Aus geologischer Sicht ist er ebenso gut geeignet wie eine Alternative im Süden des Friedhofs an der Großhaderner Straße. Politisch ist Letzterer wohl bevorzugt, weil die Bewohner der Heitmeiersiedlung ohnehin wegen der Neubau-Überlegungen in Sorge sind. Im Merkur-Gespräch hielt die Bürgermeisterin sich bedeckt: „Es ist noch kein Standort festgelegt“, so Wüst.

Fest steht inzwischen, dass Elisabeth Breiter bis zum Auslaufen ihres Vertrages Ende Dezember Geschäftsführerin bleiben wird. Ein Antrag der Grünen, Breiter vorzeitig abzulösen, da sie als Bauamtsleiterin im Sommer in Rente geht, scheiterte. Ohnehin wäre ein Nachfolger nur eine Interimslösung gewesen, weil in der neu zu gründenden Gesellschaft beide Partner über die Geschäftsführung entscheiden müssten.

In der ersten Ausbaustufe ist das Fernwärmenetz auf einer ringförmigen Route mit Anbindung von Gewerbegebiet, Lochhamer Schulcampus, Gemeindebau-Wohnungen am Unterfeld, Grundschule, Feuerwehr, Musikschule und Altenheim St. Gisela geplant, dazu sämtliche Firmen oder Privathaushalte entlang der Route, sofern sie Interesse haben. Verlegt sind die Rohre lediglich im Lochhamer Schlag und von dort bis St. Gisela sowie in der Adalbert-Stifter-Straße. Größere Tiefbaumaßnahmen entlang der Strecke müssten somit noch folgen, einschließlich zweier anspruchsvoller Querungen von Würm und Staatsstraße.

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