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So sieht die künftige Sportstätte in einer Darstellung der Architekten aus: Das Gebäude, das zu 80 Prozent aus Holz besteht, liegt direkt an der Adalbert-Stifter-Straße am Zugang zum Schulcampus und bildet mit einem überdachten Eingangsbereich eine Platzsituation.

Schwimm- und Dreifeldsporthalle

Große Mehrheit für nachhaltiges Projekt

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Die Drohung der Bürgerinitiative „Rettet den Schulwald“, den Bau der Schwimm- und Dreifeldsporthalle an der Adalbert-Stifter-Straße per Bürgerbegehren zu stoppen, hat den Gräfelfinger Gemeinderat nicht beeindruckt. Das Gremium billigte am Dienstag mit großer Mehrheit die Entwurfsplanung im Kostenrahmen von 29 Millionen Euro.

Gräfelfing– Gleich zu Beginn der Sitzung scheiterte ein Vorstoß der SPD, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Dies hatte die Bürgerinitiative zuvor in einem offenen Brief gefordert (wir berichteten); es sollten keine (teuren) Beschlüsse mehr gefasst werden, ehe der Alternativstandort auf dem Schulcampus, wo die alte Schwimm- und Turnhalle heute steht, eingehend untersucht sei. Just diese Abwägung sei allerdings in vielen Sitzungen diskutiert und schließlich entschieden worden, sagten mehrere Befürworter des aktuell geplanten Projektes und Standorts. Der Antrag von Anette Kitzmann-Waterloo (SPD) wurde entsprechend mit 9:15 Stimmen abgelehnt.

Nachdem die Planer vom Architekturbüro Dietrich/Untertrifaller die Entwurfsplanung vorgestellt hatten, bezogen die Fraktionen zu dem Großprojekt Stellung. Florian Brenner (CSU), seines Zeichens auch Vizepräsident des TSV Gräfelfing, warb ebenso wie Bürgermeister Peter Köstler für die Sportstätte. Sie werde „in dieser Dimension und Ausstattung“ für Schulen und Vereine dringend benötigt, so Brenner. Der Alternativstandort an der Schule würde einen „immensen Zeitverlust“ mit entsprechenden Mehrkosten bedeuten und eine künftige Entwicklung des Schulcampus buchstäblich verbauen.

Frauke Schwaiblmair (Grüne) sagte, ihre Fraktion sei „sehr begeistert von der Planung und Umsetzung der ökologischen Anforderungen“, doch sei man „gegen die Vergabe zum jetzigen Zeitpunkt“. Tatsächlich hatten die Architekten immer wieder die Nachhaltigkeit des Projektes und die umfangreichen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen betont. Und auf die Frage von Brigitte Braun (CSU), ob die von Grünen und der Bürgerinitiative vorgeschlagene Alternative einer Stapellösung auf dem Campus oder dieses Projekt nachhaltiger sei, fand Architekt Patrick Stremler deutliche Worte. „Die Stapelvarian-te wäre weniger nachhaltig.“ Denn sie würde ein massives Betontragwerk voraussetzen, wo bei der jetzt geplanten Lösung Holz zum Einsatz komme. Und: „Die Zementindustrie ist einer der großen Klimakiller.“ Aus ökologischer Sicht falle die Abwägung zwischen dem zusätzlichen Flächenverbrauch bei der geplanten Variante und dem Mehrverbrauch an Zement bei der Stapellösung eindeutig zu Lasten letzterer aus.

„Wir haben einen langen Abwägungsprozess hinter uns, auch mit internen Auseinandersetzungen“, bekannte IGG-Fraktionschef Mathias Pollok. Im Ergebnis könne die IGG heute „klar Ja sagen zur Situierung“. Grundlage seien „sehr fundierte Aussagen der Experten für diesen Standort“.

Auch die SPD, gestand Sabine Müllauer, habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die „sehr gute, nachhaltige und zukunftsträchtige Planung“ habe letztlich den Ausschlag zur Zustimmung für diesen Standort gegeben – außerdem der ansonsten unvermeidbare jahrelange Ausfall des Schwimmunterrichts.

Florian Renner (BVGL) lobte die durchdachte Funktionalität des Projektes und seine optische Erscheinung. „Eine Stapellösung würde in vielerlei Hinsicht nur Kompromisse nach sich ziehen“, so Renner. Sein Fraktionskollege Günter Roll fragte provokant: „Wer übernimmt die Verantwortung dafür, wenn Gräfelfinger Kinder ertrinken, weil sie in den zwei bis drei Jahren Bauzeit auf dem Schulcampus nicht Schwimmen lernen können?“ Und Lion Buro (IGG) mochte den Schülern auch aus Sicherheitsgründen keine „Monsterbaustelle“ über Jahre auf dem Pausenhof zumuten.

Thomas Heidenreich (CSU) rief die Gemeinderatskollegen dazu auf, das Projekt „offensiv und mutig zu vertreten“. Es sei beileibe nichts, dessen man sich schämen müsse, sondern „eine abgewogene, hochwertige Planung zum Wohl unserer Kinder und unserer Gemeinde“.

Bei der Abstimmung, die mit 17:6 für das Projekt am gewählten Standort ausging, votierten nur die Grünen sowie Jörg Scholler (FDP) und Petra Schmid (CSU) dagegen.

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