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Gehweg und Radstreifen in der Gräfelfinger Bahnhofstraße: An manchen Stellen wird es bisweilen enger, als es in Corona-Zeiten gut ist. Die Grünen schlagen vor, dafür Parkplätze umzuwidmen – zumindest vorübergehend.

Grünen-Antrag wegen Corona

Mehr Luft in der Bahnhofstraße

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Just die Corona-Pandemie soll in der Gräfelfinger Bahnhofstraße Luft zum Atmen schaffen – und ein bisschen aufräumen. Die Grünen nahmen die Krise zum Anlass, mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger einzufordern. Zumindest vorübergehend. Eine knappe Mehrheit des Bauausschusses stimmte einer Prüfung zu.

Gräfelfing– Der Antrag der Grünen-Gemeinderäte Frauke Schwaiblmair und Martin Feldner sieht vor, „dem Abstandsgebot zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie hinderliche Engpässe im öffentlichen Raum für Fuß- und Radverkehr, insbesondere entlang des viel zu schmalen Radwegs entlang der Radabstellanlagen, Freischankflächen, Warenauslagen und Werbeeinrichtungen an der Nordseite der Bahnhofstraße zu ermitteln und zu beseitigen“. Die gebotenen Abstände zu ermöglichen, schütze besonders gefährdete Personen real und erhöhe das Sicherheitsgefühl für alle. An schmalen Gehsteigen, Geh- und Radwegen und im Kreuzungsbereich komme es zu Engpässen und Wartezeiten. Hier bräuchten Fußgänger und Radfahrer mehr Platz.

Dazu könne „die Freigabe von Parkplätzen – gegebenenfalls mit Aufschüttungen, Schutzmaßnahmen und Abmarkierungen für den Radverkehr“ dienen. Zusätzliche Fläche könne durch mehr Halteverbote und das Entfernen von Blumenkübeln, Werbeanlagen und Einbauten gewonnen werden. Und: „Radabstellanlagen können vom Gehsteig auf für diesen Zweck gesperrte Kfz-Parkplätze verlegt werden.“ Die Freischankflächen und Warenauslagen sollten hingegen erhalten bleiben, weil sie die Urbanität fördern.

In der Sitzung des Bauausschusses sagte Martin Feldner, diese Maßnahmen seien nicht als Dauerlösung zu sehen, sondern könnten zu gegebener Zeit auch wieder rückgängig gemacht werden.

Bürgermeister Peter Köstler sagte, die Verwaltung sei bereits dabei, geeignete Schritte zu prüfen. Allerdings sei schon absehbar: „Manches wird gehen, manches nicht.“

Marion Appelmann (CSU) fand, „Abstand halten ist Sache der Bürger, nicht der Verwaltung“. Radfahrer könnten die Straße benützen, und alle müssten gerade jetzt mehr Rücksicht aufeinander nehmen. „Für diesen Abstand können und müssen wir Menschen sorgen.“ Zudem erinnerte sie daran, der Antrag habe Covid-19 zum Thema und nicht die Radverkehrsführung im Allgemeinen.

Günter Roll (BVGL), der viel mit dem Fahrrad in der Bahnhofstraße unterwegs ist, bekräftigte, dass manche Werbetafel „nicht so nah am Rad- und Gehweg“ stehen müsse. Zugleich sei mehr Rücksichtnahme von allen nötig.

Am Ende wurde der Antrag gegen die Stimmen von Appelmann, Walter Frank, Ochmaa Göbel (alle CSU) und Florian Ernstberger (BVGL) angenommen.

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