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Die Bienenstöcke an der Schneidergrube versorgt Imker Andreas Bültmann. Ein Lehrbienenstand war hier aufgrund der hohen Erschließungskosten nicht möglich. Dieser soll nun auf dem Autobahntunnel errichtet werden.

Pschorrhof neues Vereinsdomizil

Imker kehren nach Gräfelfing zurück

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Der Gräfelfinger Imkerverein kehrt zurück zu seinen Wurzeln. Er tagt jetzt nicht mehr in Neuaubing, sondern in Lochham. Und er errichtet einen Lehrbienenstand auf dem Autobahntunnel.

Gräfelfing „Wir haben uns gefragt, warum wir eigentlich nie in Gräfelfing sind“, sagt Rolf Kleinstück, Vorsitzender des Gräfelfinger Imkervereins. Zu Recht: Der Verein wurde schließlich dort 1929 gegründet, und auch sein Name zeigt auf, dass er in der Gemeinde beheimatet ist. Doch mit Gräfelfing hatte der Verein lange nichts zu tun. Ein paar Bienenvölker an der Schneidergrube in der Nähe des Gräfelfinger Friedhofs waren in den vergangenen Jahren die einzige Verbindung nach Gräfelfing. Jahrzehnte lang tagten seine Mitglieder in Neuaubing.

Damit ist jetzt Schluss, künftig zeigt der Verein in Gräfelfing Präsenz. Die Jahreshauptversammlung fand im Lochhamer Pschorrhof statt. Kleinstück: „Wir haben vor, alle weiteren Veranstaltungen dort abzuhalten.“ Schließlich liege der Pschorrhof schräg gegenüber der Gründungsstätte des Vereins, der Waldschänke.

Der Verein hat in Gräfelfing endlich auch einen Platz für einen Lehrbienenstand gefunden: auf einem Grundstück der Autobahnmeisterei auf dem Autobahntunnel. Bislang mangelte es dem Verein in Gräfelfing an geeigneten Grundstücken und Geld. So richtig glücklich ist Kleinstück mit dieser Lösung allerdings nicht. „Damit sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Auf dem Gelände an der Rudolfstraße können zwar im Laufe des Jahres Jungimker von erfahrenen Paten betreut werden. Außerdem soll ein Lehrpfad errichtet werden, der Schulklassen und Kindergartengruppen über Bienen informiert. Damit ist der Verein schon viel weiter, als er beispielsweise jemals in der Schneidergrube war. Doch die Autobahnmeisterei will den Tunnel laut Kleinstück in zwei bis drei Jahren von oben sanieren – und dann müssen die Imker weichen. „Ich denke, danach können wir wieder dorthin. Interessanter wäre für uns aber ein Gelände, auf dem wir dauerhaft bleiben können.“ Der Verein träumt weiter von einem kleinen Holzhaus mit Lehr-, Schleuder- und Wachsaufbereitungsräumen. „Damit es sich für mehr Leute lohnt, aktiv zu werden.“ Auf dem Gelände der Autobahnmeisterei könne man nur einen Bauwagen aufstellen, bauen dürfe man auf dem Tunnel nicht.

Die Suche nach einem dauerhaften Standort geht also weiter. Doch ab jetzt werden in Gräfelfing zumindest wieder neue Imker ausgebildet. Der ehemalige Vereinsvorsitzende Rudolf Neuhäuser, hatte darauf lange hingearbeitet. Für sein 21 Jahre langes Engagement im Vorstand wurde er auf der Hautversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

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