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Kerze setzt Kinderzimmer in Brand

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Von: Martin Schullerus

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Dichter Rauch drang aus dem Kinderzimmer im ersten Stock, als die Löschtrupps der Feuerwehr eintrafen. Der Raum stand da schon in Vollbrand. © Feuerwehr Gräfelfing

Kleines Missgeschick mit großer Wirkung: Eine umgestoßene Kerze hat am Donnerstagabend binnen Minuten ein Kinderzimmer in Gräfelfing in Vollbrand gesetzt. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden ist beträchtlich.

Gräfelfing – Um 19 Uhr heulten die Sirenen der Feuerwehr durch die Rottenbucher Straße. Aus einem Zimmer im ersten Stock einer Doppelhaushälfte drang dichter Rauch, als die Helfer eintrafen. „Der Brand hatte eine unglaubliche Dynamik“, sagt Einsatzleiter Florian Renner. In den wenigen Minuten, die zwischen seinem Eintreffen und dem der Löschfahrzeuge lagen, griffen die Flammen blitzschnell um sich. „Fünf Minuten später, und ein Großteil des Dachstuhls wäre abgebrannt“, berichtet der Vizekommandant der Gräfelfinger Feuerwehr. Ohnehin war es ein Glück, dass um diese Uhrzeit viele Einsatzkräfte schnell greifbar waren und der Brandort so nahe am Gerätehaus lag.

Unter schwerem Atemschutz bekämpften die Helfer mit zwei Rohren den Brand im Inneren und mit einem dritten von außen. Die Glas-Balkontüre war da schon geborsten; das Zimmer stand in Vollbrand. Die Feuerwehr verwendete ausschließlich Druckluftschaum, um keinen zusätzlichen Wasserschaden zu verursachen. Nach drei Stunden war der Einsatz beendet.

Das Schadensbild: ein komplett ausgebranntes Kinderzimmer, ein durch Flammen beschädigter Dachüberstand, die Doppelhaushälfte wegen starker Verrußung zunächst nicht bewohnbar. Florian Renner: „Wir sind unter dem Strich froh, dass niemand verletzt wurde und wir das Haus retten konnten.“

Zur Brandursache gab die Polizei bekannt, dass ein 14-jähriger Bub, der sich allein im Haus befand, in seinem Kinderzimmer eine brennende Kerze auf dem Schreibtisch hatte. Als er diese aus Unachtsamkeit umstieß, fiel sie aufs Bett. Die Decke geriet sofort in Brand. Der Löschversuch des 14-Jährigen mit einem Wassereimer schlug fehl. Zumindest schaffte er es unverletzt ins Freie.

Die Polizei nannte eine Schadenssumme von rund 20 000 Euro. In Kreisen der Feuerwehr hält man diese Schätzung für sehr optimistisch und geht eher von einer sechsstelligen Summe aus.

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