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Gemeinsam für die Inklusion: Gräfelfings Wirtschaftsförderin Sabine Strack, Claudia Buchmaier von der Inklusionsfirma Cantina Conviva, Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst und Referentin Renata Neukirchen (v.l.).

Expertin informiert

Inklusion in Unternehmen „erfordert Mut“

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Expertin Renata Neukirchen weiß, dass Inklusion gerade auf dem Arbeitsmarkt Mut erfordert. Bei den Würmtaler Inklusionswochen erklärte sie jetzt, wie es gehen kann.

Gräfelfing – Die Würmtalgemeinden stehen derzeit ganz im Zeichen der Inklusion. Drei Wochen lang machen diverse Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam. Mit einem Business-Lunch ging die Aktions-Reihe „Inklusion im Würmtal“ jetzt auf lokale Unternehmen zu. Auf Einladung der gemeindlichen Wirtschaftsförderungen im Würmtal informierte Renata Neukirchen, Gründerin des Münchner Vereins „Cooperative Beschützende Arbeitsstätten“ (cba), Besucher aus der lokalen Wirtschaft über Möglichkeiten, wie Inklusion in Unternehmen funktionieren kann.

Neukirchen: „Beide Seiten müssen profitieren“

„Sie müssen von dem Gedanken wegkommen, etwas Gutes tun zu wollen“, riet Neukirchen. „Beide Seiten sollen von der Zusammenarbeit profitieren.“ Bereits seit über 30 Jahren engagiert sich cba für Inklusion im Arbeitsleben. „Wir haben angefangen, da lag die Arbeitslosenquote der Menschen mit Beeinträchtigung bei 20 Prozent.“ Die Ausgangslage sei schwierig gewesen, und doch habe man Erfolge gefeiert: „Wir haben in fünf Jahren 350 Menschen mit Handicap dauerhaft an Arbeitsplätze vermittelt.“  Weil der Bedarf an Arbeitsplätzen das Angebot aber weiterhin überstieg, entschloss sich der Verein, eigene Integrationsfirmen zu entwickeln. Ziel: gemeinschaftliches Arbeiten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.

Alles begann mit einem Müllentsorgungsteam, dass sich in erster Linie darauf konzentrierte, das Umfeld der städtischen Müllcontainer sauber zu halten. Später folgten Gastronomiebetriebe und das Reinigungsunternehmen Putzblitz. „Auch wenn manchmal etwas schiefging, die Leute haben uns gesagt: So nett wie ihr ist keine Putzfirma“, erzählte Neukirchen und pries die Inklusion damit weiter an. „Die Mitarbeiter sind guter Laune und identifizieren sich sehr stark mit ihren Aufgaben.“ Beeinträchtigte Menschen wollten einfach ihren Teil zu Arbeit und Gesellschaft beitragen, so Neukirchen.

Zuschüsse für Firmen, die Inklusion fördern

Die Referentin machte die Unternehmen jedoch auch darauf aufmerksam, dass Inklusion nicht von selbst funktioniere: „Man muss Mut haben und Eingewöhnungszeit einplanen.“ Außerdem seien Menschen mit geistiger oder Lernbehinderung in der Regel nur als Teilzeitkräfte einsetzbar. „Jeder soll schließlich seinen Fähigkeiten entsprechend Leistung zeigen, und das geht meistens nur mit Teilzeit.“ Dafür erhielten Unternehmen, die Inklusion förderten, finanzielle Unterstützung in Form von Zuschüssen. „Die sind zwar nicht so üppig, wie man es bräuchte, aber immerhin gibt es welche“, sagte Neukirchen.

Von der Qualität der Arbeit eines der von ihr gegründeten Inklusionsbetriebe konnten sich die Besucher im Gräfelfinger Bürgerhaus gleich überzeugen. Das bereitgestellte Essen hatte die Inklusionsküche Cantina Conviva zubereitet.

mg

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