Centogene führt am Frankfurter Flughafen täglich bis zu 5000 Corona-Tests durch. Seit dieser Woche kümmert sich das Rostocker Unternehmen auch um die Mitarbeiter des Café „Gräfelfinger“. Einmal pro Woche sollen sie getestet werden. Möglich macht es Hubert Birner.
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So einfach geht’s: Hubert Birner zeigt mithilfe von „Gräfelfinger“-Mitarbeiterin Kerstin Rauch, wie ein Abstrich vorgenommen wird. 

Zum Schutz von Mitarbeitern und Angestellten

Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Centogene führt am Frankfurter Flughafen täglich bis zu 5000 Corona-Tests durch. Seit dieser Woche kümmert sich das Rostocker Unternehmen auch um die Mitarbeiter des Café „Gräfelfinger“. Einmal pro Woche sollen sie getestet werden. Möglich macht es Hubert Birner.

Gräfelfing– „Testen, testen, testen. Solange es keinen Impfstoff gibt, ist das der beste Weg, ein normales Leben zu führen“, sagt Birner. Der 54-jährige Gräfelfinger ist Geschäftsführer des Unternehmens TVM Capital Life Science, das junge Pharma- und Biotechnologiefirmen finanziert. Seit 2017 ist TVM auch an Centogene beteiligt und Birner Mitglied des Aufsichtsrates. Der Weltmarktführer in der Diagnostik seltener angeborener Krankheiten öffnete schon in einer frühen Phase der Pandemie seine Labore für Corona-Tests. Das Prozedere ist denkbar einfach: Ein Probestäbchen wird durch den Mund in den Rachen eingeführt, bis in die Zäpfchen-Region. „Wenn man coronapositiv ist, sitzen die Viren dort“, sagt Birner, selbst promovierter Biochemiker. Sechs Stunden, nachdem die steril verpackte Probe im Labor ist, geht das Ergebnis dem Getesteten, der sich vorher online registriert hat, per E-Mail zu. Und dem Gesundheitsamt, dazu sei das Unternehmen verpflichtet.

Für die Familie ist der Test schon Routine

Die Mitarbeiter in Birners Münchner Büro und auch seine Familie, die Frau und die beiden Söhne, führen den Test einmal pro Woche durch. „Für die ist das mittlerweile richtig Routine. Mein Achtjähriger macht das alleine“, sagt Birner. Je mehr man teste, desto leichter lasse sich ein Ausbruch eindämmen. Birners Ziel ist, die Corona-Tests „auch im Raum München zu etablieren“. Centogene hat sich für ein Testzentrum am Münchner Flughafen beworben.

Birner unterstützt mit seinem Engagement das Café „Gräfelfinger“ als Raum für Kunst, Kultur und Soziales. Er übernimmt die Testkosten, sammelt abends die Röhrchen ein und schickt sie am nächsten Tag per Kurier ins Labor nach Frankfurt.

„Wir sind uns im Klaren, dass ein Test eine Momentaufnahme ist. Aber es ist besser als nichts. So haben wir zumindest ein wöchentliches Screening“, sagt Hans Schumacher, Betreiber des „Gräfelfinger“. Sein Team besteht aus zehn Personen. Sie will er schützen und die Gäste. „Das ist langfristig das einzige Mittel, die Pandemie in den Griff zu bekommen, bevor es einen Impfstoff gibt.“

In Sorge wegen Schulanfang im September

Dass aktuell die Zahl der Infektionen wieder steigt, beunruhigt Birner. Auch in Hinblick auf das im September beginnende Schuljahr. Birner, der dem Elternbeirat des Kurt-Huber-Gymnasiums angehört, sagt: „Es gibt große Bedenken seitens der Elternschaft, was den Schulbetrieb angeht.“ Derzeit wird vom bayerischen Kultusministerium ab 8. September täglicher Präsenzunterricht unter Hygieneauflagen angestrebt.

„Wir werden schnell eine Ansteckungsproblematik haben“, sagt Birner. Und er hat einen Vorschlag, wie sich das Risiko minimieren lässt: „Ich würde mir wünschen, dass alle, die wieder in die Schule zurückkehren, Schüler wie Lehrer, am Wochenende vor dem ersten Schultag getestet werden, am besten am Freitag und am Montag. Das wäre der erste Schritt, zur Normalität zu finden.“ Damit würden auch symptomfreie Infizierte erfasst, und die positiv getesteten Fälle ließen sich rechtzeitig in Quarantäne schicken. „Ich möchte alle Schulen und Verantwortlichen einladen, darüber nachzudenken.“

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