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Fuchs Kasimir im Garten von Eva-Maria Urner. Das Tier lebte über ein Jahr lang auf dem Grundstück der Gräfelfingerin. 

Junges Wildtier leistete Gräfelfingerin über Monate Gesellschaft

Ein Jahr mit Fuchs Kasimir

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Die 81-jährige Gräfelfingerin Eva-Maria Urner hatte ein ganzes Jahr lang einen Fuchs zu Gast in ihrem Garten. Er wurde ihr Freund. Jetzt ist er verschwunden.

Gräfelfing– Die Fichtenstraße in Gräfelfing klingt nicht nur nach Wald; ihre großen Grundstücke sind teils üppig bewachsen, manche etwas verwildert. Und auch Wildtiere leben dort, entlang des Bahndamms, nahe bei den Menschen. Eva-Maria Urner (81) hatte ein ganzes Jahr lang einen Fuchs zu Gast in ihrem Garten.

Als Merkur-Leserin Urner kurz vor Weihnachten in ihrer Zeitung die Geschichte über einen Fuchs las, der die Heitmeiersiedlung aufsuchte, und das Foto des merkwürdig zahmen Wildtiers auf einer Terrasse sah, dachte sie sogleich: „Das ist mein Kasimir.“ Denn für Eva-Maria Urner war ein Fuchs im eigenen Garten über ein Jahr lang ein gewohnter, ja täglicher Anblick.

„Das Füchslein war noch nicht ausgewachsen, als ich es 2017 zum ersten Mal sah“, erinnert sich Urner. Ähnlich wie in der berühmten Begegnung zwischen dem Kleinen Prinzen und dem Fuchs ging fortan eine sanfte Zähmung durch Gewöhnung und Annäherung vonstatten. Der Fuchs lugte anfangs nur verstohlen hinter Büschen hervor. Eines Tages legte er sich mit gestreckten Vorderläufen vor die Gräfelfingerin – ab da war die Scheu weg. „Er folgte mir im Garten auf Schritt und Tritt, lief neben mir her wie ein Hund. Und ich sprach mit ihm“, sagt Eva-Maria Urner und lächelt. Das Zusammenleben beruhte keinesfalls auf Nahrungsgabe. „Ich habe ihn nie gefüttert; ich wollte, dass er ein Wildtier bleibt.“ So wühlte der Fuchs nach Mäusen und warf dabei regelmäßig den Holzstapel im Garten um.

Und eines Tages war der Fuchs so plötzlich verschwunden, wie er gekommen war. „Ich wollte mit dem Fahrrad einkaufen fahren, und Kasimir folgte mir bis zur offenen Gartenpforte. Dann setzte er sich und blieb zu Hause. Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah“, erinnert sich die Gräfelfingerin.

Ob es sich bei dem Fuchs aus der Heitmeiersiedlung tatsächlich um ihren Kasimir handelt – da ist sich Eva-Maria Urner nicht ganz sicher. Letztlich wird es sich kaum noch klären lassen: Seit rund zwei Wochen wurde der Fuchs auch in der Heitmeiersiedlung nicht mehr gesehen. Urner: „Ich hoffe, dass er im Wald lebt und es ihm gut geht.“

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