+
Das Lasten-Elektrorad der Gemeinde Gräfeling bei der Inbetriebnahme im Juli 2018 mit (v.li.): Elke Naeve und Sabrina Schröpfer (Gemeinde), einer ersten Nutzerin mit Tochter und Bürgermeisterin Uta Wüst. Der Verleih an Bürger war ein Erfolg, doch solche Räder für Geschäftsleute zu subventionieren, lehnte der Umweltausschuss jetzt ab.

Mobilität

Keine E-Bike-Subvention für Firmen

  • schließen

Mit ihrem Elektro-Lastenrad (Pedelec), das Bürger kostenlos ausleihen können, hat die Gemeinde Gräfelfing großen Erfolg; das bei der Bücherei stationierte Fahrrad war in der warmen Jahreszeit oft ausgebucht und wurde seiner angedachten Rolle als Multiplikator gerecht. Eine neue Initiative der Gemeindeverwaltung, solche Fahrräder für Geschäftsleute und Firmen am Ort zu subventionieren, fand nun im Umweltausschuss indes keine Mehrheit.

Gräfelfing – 15 Prozent der Anschaffungskosten, jedoch maximal 500 Euro wollte die Gemeinde zuschießen, wenn sich Freiberufler, Geschäftsleute oder Firmen ein solches Lasten-Pedelec anschaffen würden. Damit, so das Kalkül, solle nicht nur dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel öffentlich präsenter werden, sondern auch der Autoverkehr beispielsweise in der Bahnhofstraße etwas abnehmen, weil Geschäftsleute einen Teil ihrer Fahrten und Transporte mit dem Lasten-Pedelec absolvieren würden.

Im Umweltausschuss stieß das Vorhaben am Donnerstag auf ein geteiltes Echo. Mathias Pollok (IGG) war dafür, es „auf jeden Fall mal zu probieren“. Und Katharina Weber (Grüne) sagte, es gehe darum, „das Bewusstsein in der Bevölkerung zu verändern“. Dass es für die Gemeinde zu teuer werden könnte, sei nicht anzunehmen. Weber: „Das wird ja kein Boom.“

Die Kritiker störte, dass Privatpersonen ausgeschlossen sein sollten. Günter Roll (BVGL): „Wenn schon, dann sollten auch normale Bürger das Recht haben.“ Jörg Scholler (FDP) befand: „Es ist doch nicht Aufgabe der Gemeinde, Gewerbebetriebe in Gräfelfing finanziell zu fördern.“ Wer sich ein solches Fahrrad anschaffen wolle, könne das gerne tun. Bürgermeisterin Uta Wüst warf sich für das Lastenrad in die Bresche. Es gehe schließlich um den Effekt, egal ob von Privat oder Unternehmen. Das Lastenrad sei jedoch speziell für Gewerbetreibende geeignet, „von denen wir möglichst viele auf solche Räder bringen wollen“.

Bei der Abstimmung lagen Kritiker und Befürworter gleichauf; der Vorschlag wurde mit 4:4 Stimmen abgelehnt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit Fantasie gegen Kiesabbau
Die Bewegung „Fridays for Future“ hat das Würmtal erreicht. Am Freitag wird der Kiesabbau im Forst Kasten zum Thema beim Schülerstreik auf der Münchner Theresienwiese.
Mit Fantasie gegen Kiesabbau
Drei Hochsitze mutwillig zerstört
Im südlichen Forstenrieder Park sind in der Nacht zum Samstag drei Hochsitze angesägt und umgestoßen worden.
Drei Hochsitze mutwillig zerstört
Nach großer Vermissten-Suche in Krailling: Polizei hat traurige Gewissheit
Seit Montag wird ein 88-jähriger Mann in Krailling vermisst. Er verschwand aus dem Pflegeheim. Nun hat die Polizei die Suchaktion beendet - mit einem traurigen Ergebnis.
Nach großer Vermissten-Suche in Krailling: Polizei hat traurige Gewissheit
Martin Feldner kandidiert für die Grünen
Bisher trat er als Fahrrad-Aktivist in Erscheinung, jetzt will er Bürgermeister werden: Die Gräfelfinger Grünen haben am Montagabend Martin Feldner zu ihrem …
Martin Feldner kandidiert für die Grünen

Kommentare