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Zum Grillen und Baden an den Anger kommen nicht nur Gräfelfinger: Auch die Münchner Familie (v.li.) Vicente und Sergio Fuertes, Jesika Pelaez, Pilar Pals und Luis Estevez nutzt die Liegewiese. Das ist und bleibt erlaubt. Einen Sicherheitsdienst, der die wenigen undisziplinierten Partygänger in die Schranken weist, wird es nicht geben.

Gemeinderat lehnt Sicherheitsdienst am Anger ab

„Keine Gefahrenzone an der Würm“

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Es bleibt dabei: Die Gemeinde Gräfelfing verzichtet darauf, einen Sicherheitsdienst für die Liegewiese am Anger zu engagieren. Eine 13:10-Mehrheit des Gemeinderates sah in der Sitzung am Dienstag dafür keinen Anlass.

Gräfelfing– „Ich erkenne dort keine Zustände, die einen Sicherheitsdienst nötig machen. Wir haben keine Banden, die um die Häuser ziehen, keine Gefahrenzonen oder unzumutbare Zustände an der Würm.“ Mit diesen Worten gab Bürgermeisterin Uta Wüst, die sich am Wochenende bis in die Nacht am Anger umgesehen und auch mit vielen Gruppen auf der Liegewiese gesprochen hatte, die Richtung vor.

Jürgen Bigott, stellvertretende Leiter der Planegger Polizei-Inspektion, gab ihr Recht. 13 mal sei die Polizei 2017 zum Anger gerufen worden, lediglich drei mal mussten sie tatsächlich eine Party auflösen, die auszuufern drohte. Bigott: „Die Betreffenden, und zwar nicht nur Jugendliche, waren verständnisvoll, und eine Ansage reichte in allen Fällen.“ Zudem brach der Beamte eine Lanze für die Jugend. Das Würmtal sei nun mal dicht bebaut, und die Jugendlichen müssten sich ihre Plätze suchen und ihre Freiräume schaffen. Und: „Wir haben hier keine Randalierer, davon sind wir weit entfernt.“

Walter Frank (CSU), der die Überprüfung des letzten Hauptausschuss-Beschlusses gemeinsam mit weiteren Gemeinderäten durchgesetzt hatte, sah das anders. Er fand den Beschluss, der lediglich der Verwaltung „gegebenenfalls“ die Möglichkeit offen lässt, mal probeweise einen Sicherheitsdienst zu rufen, zu schwammig und halbherzig. Das sei ein „Hohn gegenüber den Anwohnern am Anger“. Auch Günter Roll (BVGL) forderte in drastischen Worten, der Grünanlagensatzung mit einem Sicherheitsdienst Geltung zu verschaffen. So nannte er das mutwillige Zerschlagen von Flaschen in dem Badebereich „Körperverletzung“.

Dagegen erkannte Katharina Weber (Grüne) in einem Sicherheitsdienst „kein deeskalierendes Mittel“, und ihre Fraktionskollegin Frauke Schwaiblmair befand sehr zum Unmut der anwesenden Anwohner: „Die geschilderte Problemlage ist dort nicht vorhanden.“ Auch Michael Langer (SPD) fand das Thema „künstlich aufgebauscht“.

Florian Ernstberger (BVGL) hatte mit seinem Kompromiss-Vorschlag, einen Sicherheitsdienst für ein Probejahr zu engagieren („was schadet ein Versuch?“), keine Mehrheit.

Für den Hauptausschussbeschluss, vor allem das Müllproblem anzugehen und keinen Sicherheitsdienst einzustellen, stimmten Grüne, SPD, IGG, Bürgermeisterin Wüst sowie Peter Köstler, Brigitte Braun und Petra Schmid von der CSU. Dagegen votierten BVGL, FDP, AIG und die anderen CSU-Gemeinderäte.

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