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Auch im Gräfelfinger Kindergarten Spatzennest müssen Eltern ab 1. September höhere Gebühren für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen.

Mehrbelastung für Familien

Gräfelfing erhöht Gebühren für Kinderbetreuung

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Gräfelfing - Auf Gräfelfinger Familien kommt eine finanzielle Mehrbelastung zu. Die Gemeinde erhöht die Gebühren für  ihre Kinderbetreuungseinrichtungen  zum 1. September um zehn Prozent.

Die Gemeinderäte hatten im Hauptausschuss eine Entscheidung zu treffen, um die sie nicht zu beneiden waren: Wo liegen die Grenzen der Wohltaten, die eine reiche Gemeinde wie Gräfelfing ihren Bürgern zukommen lässt? Die zu erwartende Kritik aus der Bevölkerung im Hinterkopf, entschied das Gremium sich für einen Mittelweg: nicht eingefrorene Gebühren oder gar Kostenfreiheit, wie sie Unterföhring bietet, doch auch nicht die ebenfalls vorgestellten Varianten einer Steigerung um 15 oder 20 Prozent.

Bürgermeisterin Uta Wüst machte deutlich, es gehe nicht darum, „Eltern Geld aus der Tasche zu ziehen“, sondern um eine angemessene Beteiligung der Eltern an einem überdurchschnittlich guten Betreuungsangebot. Dieses sei immer noch weit von einer Kostendeckung entfernt, und die sei auch nicht das Ziel. Doch wolle man im Zuge der allgemeinen Preis- und Kostenentwicklung die Gebühren in regelmäßigen Abständen moderat anpassen. Die letzte Erhöhung fand 2012 statt.

Auch Peter Köstler (CSU) begrüßte den Verwaltungsvorschlag und fand die zehn Prozent „sehr moderat“. 2014 habe die Kinderbetreuung ein Defizit von 142 000 Euro eingefahren – Tendenz steigend. Das „hervorragende Angebot“ der Gemeinde bei Qualität und Anzahl der Plätze müsse zwar preislich nicht zu den privaten Anbietern aufschließen, es solle jedoch auch keine allzu große Schieflage am Ort entstehen – zumal die kirchlichen Anbieter sich an der Preisstruktur der Gemeinde orientierten.

Günter Roll (BVGL), seines Zeichens auch Sozialreferent der Gemeinde, sah die Belastung von Eltern kritisch. Er stimmte den zehn Prozent zwar zu, mahnte jedoch, die allgemeine Preisentwicklung rechtfertige eine weitere Erhöhung „erst in zehn Jahren“.

Auch Petra Schaber (IGG) lobte das „super Angebot“ mit 100-prozentiger Bedarfsabdeckung und zusätzlichen Springern und befürwortete die Gebührenenerhöhung.

Nur Michael Langer (SPD) gab zu bedenken, welche Mehrbelastung dies beispielsweise für Familien mit zwei zu betreuenden Kindern bedeute und schlug vor, auf eine Erhöhung ganz zu verzichten. Dieser Vorschlag fand keine Mehrheit.

Die nun beschlossene Erhöhung um zehn Prozent bedeutet bei einer Buchung der maximalen Stunden-/Tageszahl für ein Kind im Kindergarten und Hort monatliche Mehrkosten von 17 Euro, in der Kinderkrippe von 43 Euro und in der Nachmittagsbetreuung von sieben Euro.

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