Podiumsdiskussion auf dem Eichendorffplatz

Kindsein in Zeiten von Corona

An die 300 Menschen haben sich am Samstagnachmittag auf dem Gräfelfinger Eichendorffplatz versammlt. Eine Gruppe um den KHG-Lehrer Thomas Langhof hatte eine Versammlung zum Thema Kinder und Corona organisiert. „Wir möchten ein Zeichen für die Rechte unserer Kinder setzen“, so Langhof.

Um die Lage der Kinder in der Pandemie zu erläutern, hatte Langhof die Dokumentarfilmerin Patricia Marchart aus Österreich eingeladen. Marchart hat gemeinsam mit der Psychologin Judith Raunig den Film „Lockdown Kinderrechte“ gedreht. Die Dokumentation, die in Auszügen auf einer Leinwand gezeigt wurde, richtet den Fokus auf die jüngsten vom Lockdown Betroffenen. Sie spürt der Frage nach, was die Pandemie mit ihren Maßnahmen bei den Kleinsten der Gesellschaft anrichten kann, und was für Auswirkungen Maskenpflicht, monatelanger Distanzunterricht und Hygieneregeln auf die Kinderseele haben könnten. Denn es sei Zeit, dass „wir diese Krise nicht mehr ausschließlich durch die epidemiologisch-virologische Brille sehen“, begründet die Psychologin Judith Raunig ihren Antrieb für dieses Projekt, in dem neben Kindern, die österreichische Schauspielerin Nina Proll sowie Kinderpsychiater, Immunologen und Neurobiologen zu Wort kommen. Proll beklagt die fehlende Diskussion und dass sich die Menschen nur noch mit einem Gefühl der Bedrohung begegnen würden.

„Kindern die Würde genommen“

Der österreichische Psychoneuroimmunologe Christian Schubert sagte ob der Covid-Maßnahmen der Regierung: „Ich finde, dass den Kindern die Würde genommen wird.“ Die Seelen der Kinder verrohten, was einer fehlgebildeten Maschinen-Medizin geschuldet sei, so Schubert weiter. Er sorge sich, dass „wir die Kranken der Zukunft schaffen“.

Die Kinder würden als Virenschleuder verunglimpft, beschwerte sich der Mediziner Andreas Sönnichsen, der im Anschluss an den Film zusammen mit Patricia Marchart, Christian Schubert und dem Münchner Kinderarzt Steffen Rabe noch auf dem Podium Platz nahm. „Dabei verursacht das Covid-Virus nur in absoluten Ausnahmen schwere Erkrankungen bei Kindern.“

Viel Zuspruch von den Teilnehmern erhielt insbesondere die Frage nach der Effektivität von Masken bei Kindern. Kinder könnten einfach nicht mit Masken korrekt umgehen, resümierte Kinderpsychiaterin Katrin Skala. Da werde schnell mal mit dem Kumpel getauscht und nach Schulschluss rissen sich ohnehin alle die Maske runter, um mit den Mitschülern zu sprechen. Das sei alles wenig zielführend. Der Tenor der Veranstaltung: Die psychosoziale Gesundheit der Kinder sei in der ganzen Pandemie bislang kein Thema.

Die Polizei beobachtet

Die Versammlung verlief, beobachtet durch die Polizei, friedlich. Einige Besucher trugen Schilder mit Aufschriften wie „Blöder dank Söder“ oder „Lasst die Kinder wieder frei! Atmen, Lernen Spielen - keine Testpflicht in den Schulen.“ Die vorgegebene Maskenpflicht und die Abstandsregeln wurden überwiegend eingehalten. Carolin Högel

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